Chronik des Dorfes Frohngau 1801 bis 1900

 

1802

 

Frohngau und Buir trennen sich von der Pfarre Tondorf und gründen eine eigene Pfarre.

 

Erster Pfarrer ist Jois Jaes Chrysanthus Kolvenbach, geboren am 31.05.1752 in Münstereifel. Er wird am 26. September eingeführt und ist bis zum 13.01.1819 in Frohngau tätig.

 

Paulus Radermacher, von Beruf Achsenmacher, aus Dorsel wird als erster Schullehrer und Kirchendiener angestellt und ist bis 1826 tätig.  Sein Vater soll Landsknecht auf der Burg Aremberg gewesen sein.

 

(Siehe unter 1814  „Bericht über das Schulwesen im Kanton Gemünd nach der französischen Zeit“.)

 

1803

 

Das Rheinland wird auf Veranlassung der französischen Besatzung ab 1803 durch Tranchot neu kartiert. (Siehe unter Bildergalerie: Frohngau 1809)

 

 

1804

 

Durch ein Dekret des damaligen Bischofs von Aachen, Marcus Antonius Berdolet, über die neue Begrenzung der Pfarren wird die Pfarrerhebung offiziell bestätigt.

 

Frohngau muss 200 Reichstaler Kriegskontribution zahlen, die von Peter Kirch und Johannes Kurth vorgestreckt wird.

 

 

1808

 

Die Kanzel aus der abgerissenen St. Johanniskirche in Münstereifel kommt in die Kirche nach Frohngau.

 

 

1812

 

Die französische Besatzung  führt eine Volkszählung durch, die für Frohngau folgendes Ergebnis hat:

 

 

Häuser 37, davon 1 nicht bewohnt.

 

174 Einwohner. davon 67 männlich, 50 weiblich und 57 Kinder unter 13 Jahre.

 

Quelle: Hauptstaatsarchiv Düsseldorf. Best.: Roer-Depart./Akte 1690, Blatt 32-33

Blatt 289 / R bis 291 / R und Blatt 301 / R bis 303 / R

 

 Abschrift der Bevölkerungsliste von 1812

 

 

1813

 

Pfarrer Kolvenbach kauft laut Kirchenrechnung auf einer Versteigerung in Blankenheim für über 100 Reichstaler Kirchenmöbel.

 

Frohngau stellt acht Mann zur Rheinarmee, wovon sechs fallen.

 

 

1814

 

Im Unterhaltungsblatt für den Kreis Schleiden Nr. 66, 68 und 70 aus dem Jahre 1926 wird in einem Bericht über das Schulwesen im Kanton Gemünd nach der französischen Zeit (1814) unter 7. in der Mairie Holzmülheim das Schulwesen in Frohngau beschrieben.

 

  Unterhaltungsblatt für den Kreis Schleiden Nr. 66 + 68 + 70

 

1815

 

Nach dem Wiener Kongress werden am 5. April das Rheinland und somit auch der Ort Frohngau preußisches Staatsgebiet.

 

 

1816

 

Von April bis September vernichten Frost, Schnee und Eisstürme Ernten in Nordamerika und Europa. Es kommt zu Hungersnöten.

 

Ursache für das Jahr ohne Sommer ist der Ausbruch des indonesischen Tambora-Vulkans 1815, der auf der Nordhalbkugel einen vulkanischen Winter verursacht. Die Abkühlung des Weltklimas durch den Ausbruch hält noch bis 1819 an.

 

In der Eifel bricht eine große Hungersnot aus. In den Monaten April und Mai schneit es tagelang. Die Felder können nicht bestellt werden oder die Feldfrüchte verfaulen auf dem Feld.

 

 

1819

 

Pfarrer Kolvenbach verlässt die Pfarrgemeinde.

 

Pfarrverwalter wird zunächst Pfarrer Johann Matthias Linden aus Bouderath.  

 

Am 19.Oktober 1819 wird Matthias Anton Frings Pfarrer von Frohngau und ist bis 1827 in Frohngau tätig.

 

 

1821

 

Gemäß Wörterbuch des Preußischen Staates von 1821 hat Frongau 203 Einwohner.

 

 Kopie der Seite 399 des Wörterbuches des preußischen Staates von 1821

 

 

1826

 

An der Pfarrkirche wird östlich vor dem Chor eine Sakristei angebaut.

 

Die 1689 neben der Kirche erbaute erste Schule wird durch einen Neubau ersetzt und wird bis zum Jahre 1908 genutzt.

 

Paulus Radermacher beendet seinen Schuldienst. Nach ihm sind folgende Lehrer in Frohngau tätig:

Schmitz von Witscheiderhof, Poll aus Urfey, Pütz aus Sötenich, Schmitz aus Nöthen, Stappen aus Alendorf.

 

 

1827

 

Wechsel vom Dekanat Gemünd ins Dekanat Steinfeld.

 

Lambertus Lentz, geboren am 19.03.1767, wird Pfarrer in Frohngau und ist bis zu seinem Tod am 12. Februar 1844 in Frohngau tätig. Er soll ein guter Schütze gewesen sein und versorgte gelegentlich seine Küche mit einem Hasen oder Reh.

Als ihm einmal ein Hase gebracht wurde der nicht waidgerecht erlegt worden war, soll er folgenden Ausspruch gemacht haben:

 

„Wat für en Sau hät däe nu wie jeschauße“

 

 

1828

 

Gemäß der Topographisch statistischen Beschreibung der Rheinprovinz hat Frohngau 219 Einwohner.

 

  Topographisch statistischen Beschreibung der Rheinprovinz

 

 

1832

 

Thomas Stappen wird Lehrer in Frohngau und ist über 30 Jahre lang bis zum Jahre 1866 tätig.

 

 

1838

 

 

Im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 14 vom 3. April werden die Gast- und Schankwirte in der Bürgermeisterei Holzmülheim aufgeführt, davon aus Frohngau Jakob Blum und Georg Witzeller.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 14

 

 

Im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 52 vom 25. Dezember, wird ein Holzverkauf zu Frohngau bei der Witwe Blum für den 3. Januar 1839, morgens 10 Uhr  angekündigt.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 52

 

 

1840

 

Johann Peter Handwerk aus Blankenheimerdorf bietet im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 16 vom 17.04.1840 in Frohngau eine 10 Jahre alte Scheune zum Verkauf an.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 16

 

 

 

Der Gemeinderat beschließt die Instandsetzung der Friedhofsmauer und schreibt diese im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 25 vom 19.07. 1840 aus.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 25

 

 

Gemäß Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 5 vom 29.01.1841 sind für Frohngau zum 31.12.1840 verzeichnet: Häuser 45; Einwohner 219, darunter katholische 219.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 5

 

 

1842

 

Am Pfarrhaus ist eine Reparatur durchzuführen. Die notwendigen Gewerke werden am 4. 2. im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 6 ausgeschrieben.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 6

 

 

Im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf wird unter dem 21. 4. ein Steckbrief gegen den Knaben Peter Schmitz aus Frohngau veröffentlicht.

 

  Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf

 

 

Im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 30 vom 29. Juli 1842 wird das Körergebnis der Bullen im Kreis Schleiden bekanntgegeben. Unter der laufenden Nr. 50 ist der Halter Georg Witzeler zu Frohngau aufgeführt.

 

 Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 30

 

 

1843

 

Die Gemeinde Frohngau verkauft eine Wiese im Hessenbenden an dem Walde Birkenheck und bietet diese im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 15 an.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 15

 

 

1844

 

Pfarrer Lambertus Lentz stirbt am 12. Februar im Alter von 76 Jahren. Pfarrverwalter wird Pfarrer Haas aus Tondorf.

 

Peter Christian Wurth aus Kreuzberg, bisher Vikar in Opladen, wird am 4. 3. als Pfarrer eingeführt. Geboren am 1.02.1797. wurde er am 23.09.1826 zum Priester geweiht. Er ist bis zu seinem Tod am 20. September 1877 in Frohngau tätig. Unter seiner Regie wird 1868 bis 1869 die Kapelle in Buir gebaut.

 

 Katholische Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst 1845

 

 

1845

 

Die innere Instandsetzung des Pfarrhauses ist durchzuführen. Die Ausschreibung erfolgt unter dem 2. April im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 15.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 15

 

 

1846

 

Die Reparatur und innere Instandsetzung des Schulhauses ist durchzuführen. Die Ausschreibung erfolgt unter dem 7. November im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 46.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 46

 

 

1847

 

Im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 20 vom 11. Mai 1847 wird der Verkauf von 7 Parzellen Kirchenland durch den Bürgermeister von Holzmülheim beim Vorsteher Hubert Blum in Frohngau für den 22. Juni 1847, nachmittags 1 Uhr  angekündigt.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 20

 

 

Georg Witzeler verpachtet ein Wohnhaus mit Nebengebäuden und 50 Morgen Land und schreibt diese im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 23 aus.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 23

 

 

Im Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 24 vom 11. Juni 1847 wird das Körergebnis der Bullen im Kreis Schleiden bekanntgegeben. Unter der laufenden Nr. 39 ist der Halter Georg Witzeler zu Frohngau aufgeführt.

 

  Wochenblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 24

 

 

1848

 

Die Bundesstraße 51 von Köln nach Trier wird ausgebaut und damit die Eifel verkehrsmäßig erschlossen.

 

 

1849

 

Im Unterhaltungs- und Anzeigeblatt für den Kreis Schleiden Nr. 1 vom 5. Januar 1849 wird ein Holzverkauf zu Frohngau beim Wirthen Blum für den 11. Januar 1849, Morgens 10 Uhr  angekündigt.

 

  Unterhaltungs- und Anzeigeblatt für den Kreis Schleiden Nr. 1

 

 

Im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgebung Nr. 21 vom 8. Juni 1849 wird das Körergebnis der Bullen im Kreis Schleiden bekanntgegeben. Unter der laufenden Nr. 36 ist der Halter Witzler aus Frohngau aufgeführt.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden und Umgebung Nr. 21

 

 

Witwe Catharina Witzheller möchte ihr Haus und ihren Grundbesitz in Frohngau verkaufen.

Im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 25 vom 6. Juli 1849 wird der Verkauf angekündigt.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 25

 

 

Josef Hansen möchte mehrere Parzellen in der Gemarkung Frohngau verkaufen.

In einer Anzeige im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 47 vom 7. Dezember 1849 wird der Verkauf angekündigt.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 47

 

 

1850

 

In einem Buch mit dem Titel

"Der Regierungsbezirk Aachen

Ein Wegweiser für Lehrer, Reisende und Freunde der Heimathkunde"

 

von J.H. Kaltenbach, Lehrer an der höheren Bürger- und Provinzial-Gewerbeschule zu Aachen aus dem Jahre 1850 werden unter anderem die Orte der jetzigen Gemeinde Nettersheim beschrieben.

 

  Orte der jetzigen Gemeinde Nettersheim

 

 

1851

 

Die Kirchengemeinde kündigt den öffentlichen Verkauf von Holz im Kirchenwald von Frohngau und im Kapellenwald von Buir im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 13 an.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 13

 

 

1852

 

In dem Buch: „Eiflia illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel“ Untertitel: „Die Städte und Ortschaften der Eifel 1852“ sind die Orte der Bürgermeisterei Holzmülheim beschrieben. Danach hat Frohngau 265 Einwohner, die in  41 Häusern wohnen.

 

  Die Städte und Ortschaften der Eifel 1852

 

 

1853

 

Die Kirchengemeinde kündigt einen weiteren öffentlichen Holzverkauf  im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 12 an.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 12

 

 

1854

 

Die bestehende Postkutschenverbindung Köln - Trier wird um eine Haltestation erweitert, die an Buirhaus eingerichtet wird und von Frohngauern genutzt werden kann.

 

 

1857

 

Bürgermeister Nelles kündigt im Unterhaltungblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 6

in einer Bekanntmachung die Jagdverpachtung  auf dem Banne der Gemeinde Frohngau an.

 

  Unterhaltungblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 6

 

 

Der Junggesellenverein Frohngau wirbt in einer Anzeige im Unterhaltungsblatt für den Kreis Schleiden Nr. 42 für die Kirmes in Frohngau am 18., 19., und 20. Oktober.

 

  Unterhaltungsblatt für den Kreis Schleiden Nr. 42

 

 

1860

 

Der Bürgermeister Nelles der Gemeinde Holzmülheim-Tondorf kündigt den öffentlichen Verkauf von Holz im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 1 an.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 1

 

 

1862

 

Pfarrer Peter Christian Wurth kauft die alte Orgel aus der Pfarrkirche zu Opladen für 200 Thaler an.

Diese wird in der Pfarrkirche in Frohngau aufgestellt und bis zum Neubau der Kirche genutzt.

 

Nach dem Neubau der Kirche 1923-1924 wird diese in der Kapelle in Buir aufgestellt, wo sie bis heute genutzt wird.

 

 

1864

 

Nach der 1865 herausgegebenen Statistik des Regierungsbezirkes Aachen 1. Abt. 1865 von H. A. Reinick hat Frohngau 210 Einwohner.

 

  Statistik des Regierungsbezirkes Aachen 1. Abt. 1865

 

 

1866

 

Bürgermeister Nelles kündigt im Unterhaltungblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 9 vom 2. 3. in einer Bekanntmachung die Jagdverpachtung der Gemeinde Frohngau an.

 

  Unterhaltungblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 9

 

 

Nach der Pensionierung des Lehrers Thomas Stappen wird die Schule zwei Jahre lang von dem Lehr-Aspiranten Peter Schönenberg verwaltet.

 

 

Der Brandweiher, auf dem Grundstück gegenüber der Kirche, wird ausgebaut 

(jetzt Kinderspielplatz und ehemalige Volksschule).

 

 

Im Handbuch der Erzdiözese Köln wird die Pfarrei Frohngau dargestellt.

 

  Handbuch der Erzdiözese Köln 1866

 

 

1868

 

Die Instandsetzung des Schulhauses ist durchzuführen. Die Ausschreibung erfolgt unter dem 21. August im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 34.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 34

 

 

Josef Beißel, geboren am 2 Oktober 1846 in Oberdrees übernimmt am 13. Oktober provisorisch die Lehrerstelle. Am 16. November 1874 wird ihm die Verwaltung der Schulstelle Frohngau definitiv übertragen. Er ist bis zum Jahre 1897 als Lehrer tätig. (Siehe Schulchronik)

 

 

1869

 

(Auszug aus der Chronik von Mahlberg und Michelsberg)

 

Durch den Zimmermeister Hövel aus Frohngau wird auf dem Michelsberg für 490 Thaler der Turmhelm für die Michaelskapelle fertig gestellt.

 

 

Der 1866 pensionierte Lehrer Thomas Stappen verstirbt am 3. November im Alter von 62 Jahren.

 

 

1870

 

Um die Kirche mit dem Friedhof wird eine Mauer errichtet. In diese Mauer ist eine Vielzahl von historischen Grabkreuzen aus Sandstein eingearbeitet, die aus dem 18. Jahrhundert stammen.

 

 

Die Witwe des am 3. November 1869 verstorbenen Lehrers Thomas Stappen bietet in einer Anzeige im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 02 den Nachlass zum Verkauf an.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 02

 

 

 

In einer Anzeige im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 25 wird der Verkauf von Grundstücken des verstorbenen Lehrers Thomas Stappen für den 31. 8.1870 Vormittags 9 Uhr angekündigt, am 23. 8 1870 abgesagt und am 9.12.1870 für den 13. 2.1871 Vormittags 9 Uhr in dem Wirtschaftslokal der Frau Witwe Blum zu Frohngau neu angekündigt.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 25

 

 

1871

 

Am 1.12.1871 findet in der Provinz Westfalen eine Volkszählung statt.

Frohngau hat 202 Einwohner.

 

Das Ergebnis für die Bürgermeisterei Holzmülheim-Tondorf ist in der nachfolgenden Statistik veröffentlicht.

 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Westfalen

 

 

1872

Genehmigung einer Schenkung der Geschwister Johann und Hubert Blum

„Dem Antrag des Kirchenvorstandes zu Frohngau vom 18. diesen Monats entsprechend genehmigen Wir demselben von Geschwister Blum angeboten Schenkung eines Kapitals von 60 Thaler behufs Stiftung einer alljährlich an einem Donnerstag im Monate Februar für die verstorbenen Eltern Jakob Blum und Margaretha Crump abzuhalten eine Segensmesse mit Gesang und Orgelbegleitung bei welcher für die selben drei Vater unser und Ave Maria gebetet werden sollen ermächtigen den Kirchenvorstand zur Annahme und verordnen um den Zinsen dem Pfarrer als Zelebrant 20/30 dem Küster und Organisten 5/30 und der Kirche welche dem Balgtreter 3 Silbergroschen zahlt den Rest zuzuweisen.

 

 Kopie der Originalurkunde

 

 

1873

 

Die Gemeinde Frohngau legt an den Ortsstraßen Regenrinnen (Gossen) an.

 

Die Ausschreibung erfolgt im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 30.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 30

 

 

Notar Graffweg von Blankenheim schreibt in der Teilungssache der Erben des verstorbenen Laurenz Radermacher im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 43 die Licitation (Auktion)  aus.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 43

 

 

1875

 

Am 1. Dezember 1875 findet im Preußischen Staat eine Volkszählung statt.  Beim Zählvorgang werden nur die ortsanwesenden Personen gezählt. Wer am Tage der Zählung nicht anwesend ist, wie Militärpflichtige, außerhalb des Heimatortes arbeitende, und auf Reisen befindliche Personen werden bei der Zählung nicht berücksichtigt. Die Volkszählung hat für Frohngau folgendes Ergebnis:

 

Männliche Personen 107; weibliche Personen 91; Ortsanwesende: 198.

 

Die Ergebnisse werden im Unterhaltungblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 41 am 13. Oktober 1876 veröffentlicht.

 

  Unterhaltungblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 41

 

 

1877

 

Am 20. Juni schlägt der Blitz in den Turm der Kirche ein, welcher erheblich beschädigt wird. Die Feuerversicherung zahlt nur 75 Mark Entschädigung.

 

Am 20. September stirbt Pfarrer Peter Christian Wurth im Alter von 80 Jahren. Sein Grabstein steht noch hinter dem Kirchturm auf dem Priesterfriedhof.

 

Infolge des Kulturkampfes zwischen Staat und Kirche wird die Pfarrstelle Frohngau 10 Jahre lang nicht besetzt.

 

Die Pfarre wird von den Vikaren Hinzen aus Eiserfey und Langenhard aus Nöthen betreut.

 

Sonntags kommt ein fremder Geistlicher zu Pferd als Aushilfe. Er erhält 8,00 Mark.

 

 

1878

 

Der Gemeinderat beschließt den Ausbau des Weges nach Roderath.

Die Ausschreibung erfolgt im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 46.

 

Der Ausbau erfolgt 1879.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 46

 

 

1879

 

Von 1879 bis 1895 wurde eine Chronik von der Bürgermeisterei Holzmülheim - Tondorf geführt.

 

Der Bürgermeisterei gehörten folgende Orte an:

1. Tondorf, 2. Rohr, 3. Lindweiler, 4. Engelgau, 5. Frohngau , 6. Buir, 7. Holzmülheim, 8. Bouderath, 9. Roderath

 

In der jeweiligen Jahreschronik wurden unter anderem besondere Ereignisse, die Wetterdaten des jeweiligen Jahres und eine Jahresstatistik von 1879 bis 1889  dargestellt. Die Einwohnerzahlen und der Viehbestand beziehen sich auf die gesamte Bürgermeisterei.

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim - Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1879

 

 Wetterdaten 1879

 

 

1880

 

Am 1. Dezember findet im Kreis Schleiden eine Volkszählung statt. Frohngau hat demnach 197 Einwohner.

Die Ergebnisse werden im Unterhaltungblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 77 am 27. September 1882 veröffentlicht.

 

  Unterhaltungblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 77

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1880

 

 Wetterdaten 1880

 

 

1881

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1881

 

 Wetterdaten 1881

 

 

1882

 

Der Gemeinderat beschließt den Ausbau der Straße von Frohngau bis Birkenheck.

Die Ausschreibung erfolgt im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 39.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 39

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

Wegen öffentlicher Bauten ist zu verzeichnen, daß am 31 ten Mai d. J. der Verbindungsweg zwischen Frohngau und der Premiumstraße zwischen Tondorf und Engelgau (bei Birkenheck) öffentlich an den Wenigstfordernden durch den Bürgermeister zum Ausbau in Verding gegeben worden ist. Der Kostennachlag betrug in Sa. 4515 Mark und wurde dem Letztbietenden Nocolas Diederichs von Breitscheid bei Adenau für die Summe von 2570 Mark zugeschlagen.

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

An Unglücksfällen in diesem Jahre ist zu bemerken, daß am 10 ten December Abends gegen 8 Uhr das Haus des Tagelöhners Egidius Heinen zu Frohngau nebst Scheune und Stall vollständig niederbrannte. Der Brand dauerte nur ca. 2 Stunden bis gegen 10 Uhr Abends, bis wohin das Gebäude vollständig am Boden lag und nur noch vereinzelte Holzstücke in der glimmenden Asche rauchten. Das Haus lag an der Südseite des Dorfes Frohngau, das letzte an der sogenannten Kummengasse und bei dem herrschenden Südwinde an genanntem Abend ist es nur der sofortigen energischen Hülfe der gesamten Einwohner von Frohngau, sowie derjenigen der nächstgelegenen Gemeinden zuzuschreiben, daß das Feuer nicht weiter um sich gegriffen hat; wesentlich mag jedoch auch noch der Umstand dazu beigetragen haben daß gerade an dem Abende die Dächer mit einer wenn auch nur dünnen Schneelage bedeckt waren. Über die Ursache dieses Brandes ist nichts Sicheres festgestellt worden; es war zwar der Verdacht allgemein daß der genannte Eigenthümer Heinen um die Entstehung wisse, die angestellten und durch die Königliche Staatsanwaltschaft fortgesetzten Untersuchungen haben jedoch kein positives Resultat gehabt. An Brandvergütung hat Heinen von der Rheinischen Provinzial - Feuer – Societät im Ganzen 768 Mark erhalten.

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1882

 

 Wetterdaten 1882

 

 

1883

 

Zur Brandbekämpfung wird eine neue Feuerspritze angeschafft, welche der Klempnermeister und Pumpenmacher Joseph Stemmler von Call zur Zufriedenheit der Gemeindevertretung geliefert hat.

 

 

Foto der Feuerspritze

 

Zur Aufbewahrung der Feuerspritze wird an die Pfarrscheune eine Remise angebaut.

Die Ausschreibung erfolgt im Unterhaltungsblatt für den Kreis Schleiden Nr. 25.

 

   Unterhaltungsblatt für den Kreis Schleiden Nr. 25

 

 

Foto der Remise

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1883

 

 Wetterdaten 1883

 

 

1884

 

Am 21. Dezember verirrt sich der achtzehnjährige Johann Hövel im Schneesturm auf dem Weg von Engelgau nach Frohngau. Im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden 1885 Nr. 2 wird darüber berichtet. Trotz eifrigen Suchens findet man die Leiche erst beim Abgang des Schnees am 6. Febr.1885.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden 1885 Nr. 2

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

Ueber außergewöhnliche Unglücksfälle ist zu verzeichnen daß der Lagerarbeiter Johann Hövel aus Frohngau, 18 Jahre alt, Sohn des Zimmerers Johann Hövel und dessen Ehefrau Susanna geb. Schmidt von Frohngau auf der Heimreise von Mechernich nach Frohngau am 21. December abends sich zwischen Engelgau und Frohngau bei starkem Schneegestöber verirrte. Nachdem die Eltern Kenntnis davon erhalten hatten, daß er auf der Heimreise in Engelgau gesehen worden war und danach nicht zu Hause eintraf, hat der Vater Hövel das auffallende Verschwinden seines vorgenannten Sohnes auf dem Bürgermeistereiamte angemeldet. Es wurden demnach die sämtlichen Einwohner resp. Erwachsenen Männer der nächstgelegenen Gemeinden Frohngau, Engelgau, Tondorf und Roderath vom Bürgermeister aufgeboten, trotz des allenthalben hoch liegenden Schnees Feld und Wald ihrer bez. Gemarkungen behufs Auffindung des Hövel Sohn abzusuchen. Die angeordnete Absuchung war indessen ohne Erfolg. Eine nochmalige Absuchung von Wald und Flur der genannten Gemeinden war ebenfalls ohne jeglichen Erfolg. Erst nach 7 Wochen am 6. Februar 1885 wurde bei einer nochmals angeordneten Durchsuchung der genannten Fluren, bei größtentheils abgegangenem Schnee die Leiche des Genannten aufgefunden in dem sogenannten Genfbache in der Gemarkung der Gemeinde Engelgau cirka 150 Schritte oberhalb der Brücke am Weyerbenden, (wo der Fußpfad über die genannte Brücke nach Blankenheim führt. Die Leiche lag ganz im Wasser des genannten Baches und war noch ganz gut erhalten; von Verwesung war noch keine Spur wahrzunehmen. Die gründliche Untersuchung ergab, daß der Tod durch Erfrieren eingetreten sei. Wahrscheinlich war demnach g. Hövel, nachdem er irrend längere Zeit in der Nacht am 21. Dec. Umher gelaufen, in der Nähe der Fundstelle niedergesunken vor Ermattung, danach erfroren und von dem Wasser des Anfangs Februar abgehenden hohen Schnees bis in die bezeichnete Stelle des Baches weiter fortgeschwemmt worden. Nachdem die gerichtliche Untersuchung an Ort und Stelle stattgefunden hatte, wurde die Leiche mit einem Sarge durch eine Fuhre nach Frohngau transportiert und dort an demselben Tage noch gegen Abend unter allseitiger Theilnahme kirchlich beerdigt.

 

 

An außergewöhnlichen Bauten wurde vorgenommen:

 

Der Ausbau des Verbindungsweges von Frohngau direct auf Engelgau wurde am 10 ten Mai öffentlich an den Wenigstfordernden in Verding gegeben für das Letztgebot von 2900 Mark. Die Wegestrecke fing am Dorfe Frohngau an, ging über die sogenannte Kraus bis zur Grenze der Gemarkung Frohngau nach Engelgau und war 1120 Meter lang, veranschlagt zu 3971 Mark 05 Pfg.

 

Die Ausschreibung erfolgt im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 35.

 

   Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 35

 

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1884

 

 Wetterdaten 1884

 

 

1885

 

Am Pfarrhaus sind Instandsetzungsarbeiten durchzuführen.

Die Ausschreibung erfolgt im  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 63.

 

    Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 63

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1885

 

 Wetterdaten 1885

 

 

Frohngau hat am 1.12. 193 Einwohner.

 

 

1886

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1886

 

 Wetterdaten 1886

 

 

1887

 

Petrus Hubert Bausen, geboren am 13. September 1940 in Langendorf, wird am 21. Juni Pfarrer der Pfarrgemeinde Frohngau  und ist bis zu seinem Tod am 10. Januar 1891 tätig.

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1887

 

 Wetterdaten 1887

 

 

1888

 

Der Verbindungsweg von Frohngau nach Buir wird für 2.731 Mark, und der Verbindungsweg von Frohngau nach Engelgau wird für 2.876 Mark ausgebaut.

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1888

 

 Wetterdaten 1888

 

 

1889

 

Der Kirchturm wird abermals von einem Blitz getroffen und erheblich beschädigt. Die Seite zum Dorf hin wird herunter gerissen. Der Schaden von 390 Mark wird von der Provinzialfeuerversicherung gedeckt.

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Statistik der Bürgermeisterei 1889

 

 Wetterdaten 1889

 

 

1890

 

Am 16. Juli 1890 besucht der Erzbischof Philippus Crementz erstmalig die Pfarrgemeinde Frohngau und erteilt 24 Kindern das Sakrament der Firmung.

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

Am 16. und 17. Juli dieses Jahres war der hochwürdigste Herr Erzbischof von Köln Dr. Philippus Kremenz in den Pfarreien Frohngau und Bouderath behufs Vornahme der canonischen Visitation und Ertheilung der heil. Firmung anwesend. Bei Gelegenheit dieses hohen Besuches waren in den genannten Gemeinden die Straßen und Häuser durch Triumpfbogen, Fahnen, Girlanden, Bäume und Laubwerk sowie Blumen in der innigsten schönsten Weise geziert.

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Wetterdaten 1890

 

 

1891

 

Pfarrer Peter Hubert Bausen stirbt am 10. Januar im Amt. Er wird in Frohngau auf dem Kirchhof beerdigt. Sein Grabstein wird später für den Bildstock Holzgasse – Greußstraße verwendet.

 

 Totenzettel und Grabstein Pfarrer Bausen

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

Am 10. Januar starb zu Frohngau der dortige Pfarrer Herr Peter Hubert Bausen im Alter von 50 Jahren an der Lungenschwindsucht, nachdem derselbe kaum 4 Jahre als Pfarrer zu Frohngau fungiert hatte; die erwähnte Pfarrgemeinde verlor an dem genannten Herrn einen pflichttreuen frommen Seelsorgerund wird derselbe noch lange Jahre in dankbar gesegnetem Andenken bleiben. Derselbe war geboren zu Langendorf bei Jülich.

 

Die Pfarrstelle bleibt bis 1892 unbesetzt. Pfarrverwalter ist Pfarrer Heyers aus Tondorf.

 

25 Jugendliche erhalten in der Pfarrkirche das Sakrament der Firmung. Firmpaten sind Frau Beißel und der Kirchenpräsident Grons.

 

Stiftungen Johann Blum

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

In der Gemeinde Frohngau starb am 11. Februar ds. Js. der Junggeselle und Ackerer Johann Blum; derselbe testierte fast sein ganzes nicht unbeträchtliches Vermögen zu wohlthätigen Zwecken nämlich:

 

1. 9000 Mark zur Stiftung einer Sonn- u. Feiertägigen Frühmesse zu Frohngau,

2. 2500 Mark zur Stiftung einer Allerseelenoctav bei derselben Kirche und

3, nach Abzug einiger kleinen Legate, den Rest zur Stiftung eines Armenfonds für die Gemeinde Frohngau, welch letzterer Fonds immerhin noch ca. 7500 Mark betragen wird, vorausgesetzt wenn die landesherrliche Genehmigung ertheilt wird, welche bis jetzt noch nicht erfolgt ist.

 

Nach dem Tod von Johann Blum wird in einer Anzeige des Notars Becker im

Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 17 ein großer Mo- und Immobilar-Verkauf angekündigt.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 17

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

Am 11. Juli abends gegen 10 Uhr ist in der Wohnung No. 6 Christian Schnichels zu Frohngau Feuer ausgebrochen, welches nur durch die schleunigen Löscharbeiten der der Einwohner und Benutzung der Feuerspritze beim Anfange erstickt wurde, sonst wäre bei der Strohbedachung mehrerer Nachbarhäuser ohne Zweifel eine Reihe von Häusern in der Weithe des Dorfes abgebrannt. Es wurde daher durch den Brand und die Löschvorrichtung nur der Dachstuhl des genannten Wohnhauses zerstört. das Gebäude war bei der Rheinischen Provinzial – Feuer – Societät gegen Brandschaden versichert und betrug die festgestellte Entschädigungssumme 300 Mark.

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

Der neu ausgebaute Verbindungsweg von Frohngau (:resp. Thal genannt Missenthal:) durch den Kirchenwald Haart wurde im Anfang des Jahres beendigt. im Ganzen wurden hierzu incl. Grundentschädigung und Nebenkosten, von der Gemeinde verwendet 3615 Mark. Zu diesen Kosten sind  seitens der Provinzial-Verwaltung 1200 Mark Beihülfe an die Gemeinde bewilligt und ausbezahlt worden.

 

  Wetterdaten 1891

 

 

1892

 

Für die Gemeinde Frohngau wird die Anlegung eines Grundbuchs angeordnet. Die Anlegung wird im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden 1892 Nr. 31 vom 5. April angekündigt und beginnt am 15. April.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden 1892 Nr. 31

 

 

Am 16. September wird Jakob Fey, geboren am 20. August 1851, zum Pfarrverwalter der Pfarre Frohngau ernannt. Er tritt diese Stelle am 6. Oktober an.

 

Am 20. November bildet sich der Cäcilienverein. Lehrer Josef Beißel übernimmt die Leitung.

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim Tondorf vom Jahre 1879 bis 1895)

 

 Wetterdaten 1892

 

 

1893

 

Am 2. Januar wird Jakob Fey zum Pfarrer ernannt und am 24. Januar feierlich eingeführt. Er ist bis 1897 tätig.

 

Pfarrer Jakob Fey

 

Im Mai tritt eine große Dürre ein. Die Brunnen versiegen und die Felder, Wiesen und Weiden vertrocknen. Nur ein Brunnen hat in den frühen Morgenstunden Wasser aber dasselbe ist ungenießbar.

Aufgrund des Wassermangels muss Wasser von auswärts geholt werden. Ein Weideauftrieb kann nicht erfolgen. Die Heureserven sind aufgebraucht. Viele arme Leute sind gezwungen, ihr Vieh abzuschaffen.

Der Viehbestand halbiert sich. Die Ernte bringt nur 25 % des normalen Ertrages.

 

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim-Tondorf)

 

 Wetterdaten 1893

              

 

Nach einer Veröffentlichung im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 51 herrscht in der Eifel auf Grund der lang anhaltenden Trockenheit große Futternot.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 51

 

 

1894

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim-Tondorf)

 

Der Gemeinderath von Frohngau beschloss die Anlegung einer Wasserleitung. Von dem Ingenieur Ehlert zu Düsseldorf wurde ein Projekt nebst Kostenanschlag angefertigt. Die Kosten sollen 9000 M betragen.

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim-Tondorf)

 

 Wetterdaten 1894

 

 

Der Gemeinderat Frohngau beschließt den Ausbau des Verbindungsweges von Frohngau nach Blankenheim Sektion I und II. Am 14. August wird dieser Ausbau im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden  Nr. 66 ausgeschrieben.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden  Nr. 66

 

 

1895

 

Bei Wegearbeiten wird ein römisches Grab gefunden und ausgegraben. Darüber hinaus werden römische Münzen und fränkische Gräber gefunden.

 

(Auszug aus der Chronik der Bürgermeisterei Holzmülheim-Tondorf)

 

Mit der Vertretung des erkrankten Lehrers Beißel zu Frohngau wurde der Schulamtskandidat Arnold Cremer aus Montoie durch Verfügung der Königlichen Regierung vom 31. / 8. 95J. No, 5486 beauftragt.

 

  Originaltext

 

 

Nachstehend die gesamte Chronik im Originaltext und darunter in Druckschrift.

 

  Chronik der Buergermeisterei Holzmülheim-Tondorf 1879 bis 1895 Original

 

  Chronik der Buergermeisterei Holzmülheim-Tondorf 1879 bis 1895 Druckschrift

 

 

 

 

Am 2.Dezember findet eine allgemeine Volkszählung statt. In Frohngau werden 226 Seelen gezählt.

 

 

1896

 

Am 20. Januar wird in Frohngau eine Posthilfsstelle eingerichtet, wahrscheinlich in der Gastwirtschaft Radermacher in der Helterstraße.

In einer Bekanntmachung des Kaiserlichen Postamts in Kall vom 14. Januar wird die Eröffnung im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 6 angekündigt.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 6

 

 

Bau der ersten Wasserleitung aus dem Risch, die aber wegen des zu geringen Gefälles den Ort nicht ausreichend versorgen kann.

 

 

 1897

 

Im Januar liegt der Schnee 2 – 3 m hoch. Der Ort ist völlig von der Außenwelt abgeschnitten.

 

Am 12. März wird Hubert Merzenich aus Kallmuth Nachfolger von Lehrer Josef Beißel. Er ist bis zum Jahre 1901 tätig.

 

Pfarrer Jakob Fey verlässt am 15. November auf eigenen Wunsch die Pfarrgemeinde. Bis zum 13. Januar 1899 bleibt die Pfarrstelle unbesetzt.

Pfarrverwalter während dieser Zeit ist Pfarrer Ostlender aus Bouderath.

 

 

1898

 

Am 23. Juni schreibt Bürgermeister Schmitz im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 61 den Bau einer Brücke über den Genfbach auf dem Wege von Frohngau nach Blankenheim aus.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 61

 

 

1899

 

Am 13. Januar wird Leonhard Hubert Rauschen, geboren am 24. Juni 1866 in Heinzberg, zum Pfarrer von Frohngau ernannt und am 7. Februar feierlich eingeführt.

Seine Ernennung wird im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 05 bekanntgegeben. Er ist bis 1906 tätig.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 05

 

 

 

 

Pfarrer Leonhard Hubert Rauschen

 

 

Der Kirchenneubau kommt erstmals ins Gespräch. Es wird mit den Sammlungen für die Baukosten begonnen.

 

Am 10. April besuchen 54 Kinder die Schule, davon 25 Knaben und 29 Mädchen.

Siehe Schulchronik Seite 101.

 

 

Der Gemeinderat Frohngau beschließt den Neubau von Abortgebäuden und die Instandsetzung des Schulsaales. Am 9. August wird dieser Ausbau im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden  Nr. 61 vergeben.

 

  Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden  Nr. 61

 

 

1900


Der Kirchenvorstand beschießt, das Pfarrhaus umzubauen. Die Ausschreibung erfolgt in vier Zeitungen, unter anderem im Unterhaltungs- und Anzeigeblatt für den Kreis Schleiden Nr. 7.

 

  Unterhaltungs- und Anzeigeblatt für den Kreis Schleiden Nr. 7

 

Am 2. Februar wird der Auftrag an Maurermeister Rosenthal aus Kehrseifen vergeben.

 

 

Im Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 7 wird ein Holzverkauf im Lokale des Herrn Gastwirthes Radermacher zu Frohngau für den 26. Januar 1900, Nachmittags 1 1/2 Uhr  angekündigt.

 

 Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden Nr. 7

 

 

 

Zur Chronik 1901 bis 1945