Chronik des Dorfes Frohngau 1900 bis 1945

Letzte Aktualisierung am 30.06.2017 (Arbeitsdienst 1932)

 

1900


Beginn des Erweiterungsbaus am Pfarrhaus.

 

 

1901

 

Am 17. Juni findet die Einweihung des erweiterten und renovierten Pfarrhauses statt.

 

Am 1 Juli verlässt Lehrer Hubert Merzenich Frohngau und tritt eine neue Stelle in Holzmülheim an. Nachfolger wird Lehrer Michael Gräfen aus Kallmuth. Er wird am 29. Juli feierlich eingeführt und ist bis zum 1. August 1902 tätig.

 

 

1902

 

Am 20. Juli 1902 begeht die Pfarre ein großes Fest, das Hundertjährige Jubiläum der Pfarrerrichtung. Die Pfarrangehörigen werden in dreitägigen Exerzitien durch den Hochw. H. Lazaristen Niekes in schönster Weisheit vorbereitet.

 

(Kirchenchronik Frohngau)

                    

 

Am 1. Oktober wird Peter Lennartz aus Bergbuir Nachfolger von Lehrer Michael Gräfen. Er ist bis zum 23. Dezember 1904 tätig.

 

 

1903

 

Am 11.August 1903 wird das alte Hagelkreuz bei Buir durch ein neues ersetzt.

Es wurde durch freiwillige Beiträge aus der Pfarrgemeinde beschafft. Angefertigt wurde es durch den Bildhauer Zins, aus Kyllburg zum Preis von 130,00 Mark. Die Maurerarbeiten wurden von dem Maurermeister Fries zu Holzmülheim ausgeführt.

 

Traditionell ziehen jährlich an Christi Himmelfahrt Bittprozessionen von Frohngau, Buir und Tondorf zum Hagelkreuz, um Gottes Segen für die Feldfrüchte zu erbitten.

 

 

1904

 

Am 12. Mai1904 erfolgt die Einweihung des neu errichteten Hagelkreuzes.

 

 

 Foto des Hagelkreuzes vom 17.05.2012

 

1905

 

Am 1. März wird Ernst Loch Nachfolger von Lehrer Peter Lennartz. Er ist bis zum Jahre 1908 tätig.

 

Am 3. November wird eine ländliche Fortbildungsschule (Abendschule) eröffnet, welche auf Wunsch

des Kgl. Ortsschulinspektors Herrn Pfarrer Rauschen von der Kgl. Regierung genehmigt worden war.

Der Unterricht wird an zwei Abenden in der Woche während der Wintermonate vom Lehrer erteilt.

Zum Besuche derselben melden sich 22 Teilnehmer. (Eintragung in der Schulchronik)

 

Frohngau hat am 1.12. 260 Einwohner.

 

 

1906

 

Am 7. Januar verlässt Pfarrer Leonhard Hubert Rauschen die Pfarrgemeinde. Pfarrverwalter ist der Pfarrer von Tondorf.

 

Am 6. Februar übernimmt Johannes Hau die Pfarre und ist bis 1912 tätig.

 

Frohngau wird an das allgemeine Telefonnetz angeschlossen und der erste Anschluss in der Poststelle eingerichtet.

 

Auszug aus der Kirchenchronik 1906:

 

Am 20. Oktober hatten wir die Freude, seine Majestät Kaiser Wilhelm II., welcher von Bonn, Euskir­chen, Münstereifel kommend per Automobil an Buir vorbeifuhr, um durch die Eifel über Hillesheim, dann nach Trier sich zu begeben, zu begrüßen. Ich hatte mich mit der Schuljugend bei Buirhaus auf­gestellt. Viele Gemeindemitglieder hatten sich angeschlossen. Die Kinder begrüßten seine Majestät mit begeisterten Grußrufen, welche Ovation der Kaiser sichtlich freudig entgegennahm.

 

(Pfarrer Hau)

 

 

Baubeginn der dritten Schule gegenüber der Kirche (jetzt Dorftreff) am Standort des ehemaligen Brandweihers.

 

Bei den Ausschachtungsarbeiten findet Johann Notarius ein Auerochsenhorn von ¾ Meter Länge.

 

 

Auszug aus der Kirchenchronik 1906:

 

Am heiligen Weihnachtsfeste zeigte sich den Pfarreingesessenen zum ersten Male eine wunderschö­ne Krippe. Das Stallgebäude ist von Schmiedemeister W. Schnichels (Frohngau) angefertigt. Die Fi­guren, wofür der Pfarrer in der Gemeinde eine Kollekte veranstaltete, entstammen dem Atelier des Herrn Kirchenmaler W. Funhoff in Düsseldorf. Preis ca. 100 Mark. Zugleich war die Kirche zum ersten Male von unten bis oben belegt mit einem bunten Teppich, hergestellt von der Teppichfabrik Stevens und Schocholz in Dorsten (Westfalen). Preis 60 Mark.

 

(Pfarrer Hau)

 

 

1907

 

Am 5. Juni beschließt der Gemeinderat, zur Deckung der Schulbaukosten eine Anleihe von 10.000 Mark aufzunehmen, dieselbe mit 4 % zu verzinsen und mit 2 % zu amortisieren.

 

Josef Beißel ist Ortsbürgermeister der Gemeinde Frohngau und ist bis 1908 im Amt.

 

 

1908

 

Am 1. April wird Wilhelm Küppers Nachfolger von Lehrer Ernst Loch. Er ist bis zum Jahre 1912 tätig.

 

 

Lehrer Küppers als Soldat im 1. Weltkrieg

 

An der Schule werden 91 Kinder unterrichtet.

 

Christian Schnichels wird am 6.Juni zum Ortsbürgermeister der Gemeinde Frohngau gewählt und ist bis 1909 im Amt.

 

Am 22. September wird die neue Schule bezogen. Die Einweihung erfolgt auf Allerheiligen am 1. November. 

 

Am 26. Dezember beschließt der Gemeinderat, dem Gerhard Althausen aus Roderath die Stierhaltung für die Gemeinde Frohngau vom 1. Januar 1909 bis 1. Januar 1911 zu übertragen.

Er verpflichtet sich für einen guten Stier zu sorgen wofür er pro Jahr 225 Mark aus der Gemeindekasse erhält. Als Umlage des Betrages wird für das Jahr 1909 von jedem Stück welches vorgeführt wird 1,50 Mark bezahlt. Sollte das nicht ausreichen, so wird der Rest aus der Gemeindekasse bezahlt.

 

Frohngau hat 269 Einwohner, die nach einer Statistik der Erzdiözese Köln alle katholisch sind.

 

 

1909

 

Der Ausbau des Weges Frohngau ‑ Buir wird den Frohngauer Bürgern Hubert Radermacher und Wilhelm Grons für 3 755,00 Mark übertragen.

 

Am 3. August ersteigert Anton Notarius das alte Schulhaus für 1.250.00 Mark.

 

Josef Beißel wird am 6.Dezember. zum Ortsbürgermeister der Gemeinde Frohngau gewählt und ist bis 1924 im Amt.

 

73 Kinder besuchen die Schule.

 

 

1910

 

Die Gemeinde kauft die 2. Quelle „im Tälchen“ zur Wasserversorgung des Ortes von Matthias Kurth und Wilhelm Schnichels.

 

Am 5. April besuchen 78 Kinder die Schule.

 

Frohngau hat 285 Einwohner. Sie wohnen in 46 Häusern.

 

 

1911

 

Nach dreijähriger Pause tritt der Männergesangverein Frohngau - Buir wieder zusammen.

 

Am 22.März brennt das Anwesen des Ackerers Johann Notarius ab, obwohl 6 auswärtige Spritzen zur Stelle sind.

 

Die Zehntscheune wird an den Ackerer Grons verkauft.

 

Die Gemeinde erwirbt die Grundstücke für den neuen Friedhof unterhalb der Schule.

 

Der Gemeinderat lehnt es ab, sich finanziell an der Omnibuslinie Blankenheim ‑ Münstereifel zu beteiligen.

 

Am Freitag, dem 20. Oktober haben die hiesigen Schulkinder das große Glück, „Seine Majestät, unsern allergnädigsten Kaiser und König Wilhelm den II “ auf seiner Durchreise bei Buirhaus zu sehen.

 

(Auszug aus der Kirchenchronik Frohngau Seite 100)

 

Am Anfang dieses Jahrhunderts sind große Teile der Eifel durch die Eisenbahn erschlossen. Die südlich von Münstereifel gelegene Region aber ist vom Schienennetz abgeschnitten. Die benachteiligte Lage dieser Gemeinden wird durch den Bau der Verbindungen Dümpelfeld - Hillesheim (Eröffnung Juli 1912) und Blankenheim - Ahrdorf (Mai 1913) noch verschärft. Es überrascht deshalb nicht, dass der Ruf nach einer Verlängerung der Bahnstrecke Euskirchen - Münstereifel Richtung Süden immer lauter wird.

Schon 1911 gibt es schriftliche Eingaben aus Mutscheid, Schönau und Mahlberg an den preußischen Eisenbahnminister und das Abgeordnetenhaus in Berlin, um den Staat zu schnellem Handeln zu veranlassen. In wohl formulierten Sätzen werden Armut und Not der einheimischen Bevölkerung und die erwarteten Segnungen einer eigenen Eisenbahnlinie beschworen.

Von Münstereifel aus sollen die Gleise in einer Länge von 18 km über Eicherscheid, Schönau, Holzmülheim, Frohngau, Tondorf nach Mülheim gelegt werden, um dort Anschluss an die Strecke Blankenheim - Ahrdorf zu bekommen.

 

(Aus der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Bahnstrecke Euskirchen - Bad Münstereifel 1890 – 1990 von Thomas Fues.)

 

 Wisoveg - 100 Jahre Erfttalbahn

 

 

1912

 

Am 1. April wird Lehrer Josef Jouhsen, geboren am 17.09.1917 in Hellenthel, Nachfolger von Lehrer Wilhelm Küppers. Er ist bis zum Jahre 1925 tätig. Die Schülerzahl beträgt 75.

 

Am 17. April überfliegt das Luftschiff Zeppelin II unser Dorf. Auf Veranlassung des Schulinspektors fällt der Unterricht aus. Alle Frohngauer bewundern das großartige Kunstwerk der modernen Technik.

 

Am 21 Oktober verlässt Pfarrer Johannes Rau die Pfarrgemeinde.

 

Sein Nachfolger wird am 12. November Pfarrer Hubert Dohmen. Er ist bis zum 20. Oktober 1921 tätig.

 

Jakob Kirch kauft die Parzelle mit dem Hochbehälter der alten Wasserleitung in der Hornstraße für 147,00 RM.

 

Die Quelle „im Tälchen“ wird gefasst und die zweite Wasserleitung gebaut, die mit natürlichem Gefälle funktioniert.

 

 

1913

 

Auf dem neuen Friedhof wird ein Kreuz errichtet. Am 12. Mai wird der neue Friedhof eingeweiht. Am 20. Mai findet die erste Beerdigung statt.

 

An der Schule werden 70 Kinder unterrichtet.

 

 

1914

 

Bevölkerungsübersicht am 1. Januar 1914

 

Geburten

männlich

2

weiblich

1

Gesamt

3

 

 

 

 

 

 

 

Heiraten

 

 

 

 

Gesamt

1

 

 

 

 

 

 

 

Todesfälle

männlich

1

weiblich

2

Gesamt

3

 

 

 

 

 

 

 

Einwohner

männlich

145

weiblich

143

Gesamt

288

 

(Auszug aus der Kirchenchronik Frohngau Seite 110)

 

Am 23. Februar bot die Köln - Roderather Marmorindustrie zu Köln - Rodenkirchen, welche im Spätherbst 1913 den Betrieb ihres Roderather Marmorbruchs eingestellt hatte, die im Bruche und auf dem Lagerplatz befindlichen fertigen Steine: nämlich ca. 40 cbm größere und kleinere bossierte Blöcke, sowie ca. 250 qm Steine, dem Pfarrer zum Kauf für den geplanten Neubau der Pfarrkirche an. Man verlangte dafür 1000 Mark loco Bruch und Lagerplatz; wir wurden handelseinig um 650 Mark. Die Gesellschaft stellte zum Hinausschaffen aus dem Bruch ihre Feldbahn und 2 Plateauwagen für 8 – 14 Tage zur Verfügung. In einer Versammlung aller Fuhrwerksbesitzer der Pfarre am folgenden Sonntag, den 1. März konnte ich den großen Vorteil und die Billigkeit des Kaufes nachweisen.

 

An Arbeitslohn kosteten

40 cbm Blöcke  a 35 M

= 1.400 M

 

250 qm Steine a 4,50 M

= 1.125 M

 

 

 

Gesamt:

 

= 2.525 M

 

 

 

Wert der Blöcke

a cbm 60,00 M

= 2.400 M

Wert  der Steine

a qm  13,50 M

= 3.275 M

 

 

 

Gesamt:

 

= 5.675 M

 

Man kann sagen, dass der gezahlte Preis 1/10 des wirklichen Wertes darstellt.

 

(Auszug aus der Kirchenchronik Frohngau Seite 110)

 

 

Am 28. Juli beginnt der 1. Weltkrieg.

 

 

1915

 

 

Mit dem 1. Februar 1915 wird auf seinen Wunsch hin der Lehrer Jouhsen eingezogen,

Lehrer Leuwer von Buir, der ihn vertritt, wird gegen Ostern eingezogen. Lehrer Hüls von Engelgau wird von der Regierung beauftragt, in Frohngau 4 x Halbtagsunterricht zu erteilen.

 

(Auszug aus der Schulchronik von Lehrer Jouhsen)

 

 

1916

 

Mit Ende des Jahres kommt der Schulamtsbewerber Hermann Hahn aus Hillesheim nach Frohngau, der hier und in Buir wechselweise Unterricht hält. In der Zwischenzeit hält der Ortspfarrer Dohmen den Unterrichtsbetrieb aufrecht.

Im Dezember 1916 wird er von der Regierung mit der Unterrichtserteilung in allen Hauptfächern betraut.

 

(Auszug aus der Schulchronik von Lehrer Jouhsen)

 

 

1917

 

Der Winter 1916/1917 ist ungewöhnlich kalt und lang. Monatelang von Januar ab liegt Schnee. Fast ohne Übergang tritt erst im Mai der Frühling in seine Rechte. Die Schwierigkeiten in der Ernährung und Versorgung werden immer größer. Brennnesseln, Bucheckern, Laub werden durch die Schulkinder gesammelt. Für die Industriearbeiter wird Fleisch gesammelt (sogenannte Hindenburgspende). Es gehen 3 Sammlungen an die Sammelstelle in Schleiden ab, im Ganzen etwas mehr als 4 Zentner, in Frohngau etwa 260 Pfund, in Buir 150 Pfund.

 

(Auszug aus der Kirchenchronik Frohngau Seite 118)

 

 

1918

 

Im Juli 18 übernahm der Lehrer Josef Knie aus Dahlem die Verwaltung der Schulen von Frohngau und Buir.

Während des Rückmarsches unserer Truppen und des Vormarsches der feindlichen Truppen war die Schule drei Wochen lang ziemlich reichlich mit Einquartierung bedacht. In dieser Zeit ist die

Schulgeige gestohlen worden. Mit dem Globus spielten die Engländer Fußball.

 

(Auszug aus der Schulchronik von Lehrer Jouhsen

 

Am 11. November endet der 1. Weltkrieg.

 

Frohngau hat folgende Kriegsopfer zu beklagen:

 

Gefallene Soldaten:

geboren am

gefallen am

 

 

 

Esch Johann

26.12.1880

09.10.1915

Bertram Johann

11.01.1890

31.05.1916

Rösseler Georg

01.04.1893

10.08.1917

Müller Christian

04.09.1897

11.06.1918

Evertz Matthias

11.07.1897

13.06.1918

Mahlberg Peter

01.05.1898

28.06.1918

Lambertz Wilhelm  (an einem Kriegsleiden gestorben

26.10.1889

17.04.1925

 

Das Gehalt der Frau Margarete Schneider für das Heizen und Reinigen der Schule wird von jährlich 50,00 RM auf 100,00 RM festgesetzt.

 

Am 1 . Dezember 1918 kehrt der Lehrer Jouhsen wieder in seinen früheren Wirkungskreis zurück.

 

(Auszug aus der Schulchronik von Lehrer Jouhsen

 

 

1919

 

Auf Grund der Besetzung durch britische Truppen muss zur Abhaltung herkömmlichen Prozessionen (Bittprozessionen, zum Hagelkreuz, Fronleichnam, Margaretenfest, zum Michelsberge) bei der

Britischen Militärbehörde nachgesucht werden.

 

Im Herbst wird die Errichtung eines Kriegerdenkmals in Form eines Kreuzes beschlossen, das am Eingang von Frohngau auf Engelgau zu Aufstellung finden soll. Der Entwurf wird von dem Kölner Architekten Stephan Mattar hergestellt und durch seine Vermittlung in Köln in rotem Mainsandstein ausgeführt. Die Namen der 6 Kriegsopfer von Frohngau werden vorne angebracht. Kosten im Ganzen 3000 M., die etwa zur Hälfte durch freiwillige Beiträge aufgebracht werden, das Übrige gibt die Gemeinde. Die feierliche Einweihung erfolgt 1921 am Margaretenfest.

 

 

Ehrenmal 1920

 

Durch Gesetz vom 18. Juli wird die Ortsschulinspektion aufgehoben und dem Pfarrer am 23. Oktober die Schulaufsicht entzogen.

 

(Auszug aus der Kirchenchronik Frohngau Seite 121)

 

 

1920

 

Am Sonntag, den 11. Januar wütet ein orkanartiger Sturm der Tag und Nacht anhält. Er reißt nach Mittag ein Brett aus der Verschalung des Turmgesims mit vielen Schiefern. Nachmittags war niemand von Buir in der Pfarrkirche.

 

Im Laufe des Jahres wird das Stromnetz in Frohngau und Buir gebaut, ein kostspieliges Unternehmen, das nur durch die Gemeindewaldungen finanziert werden kann.

Der Anschluss an das überörtliche Stromnetz erfolgt im Januar 1921.

 

(Kirchenchronik Frohngau Seite 121)

 

 

1921

 

Für den Kirchenbaufonds werden über 300 Meter Brandholz mit Erlaubnis der Regierung gefällt und dem Fond über 20000 M zugeführt.

 

Der Sommer 1921 ist ungewöhnlich trocken. Es fällt fast kein Regen. Infolgedessen sind die Kartoffeln sehr klein geblieben; niemand ist in der Lage zu verkaufen. Auch das Viehfutter ist sehr knapp.

 

(Kirchenchronik Frohngau Seite 121)

 

Pfarrer Dohmen verlässt am 20. Oktober die Pfarrgemeinde und wird Pfarrer in Würm.

Mit seinen Eintragungen endet die Kirchenchronik 1892-1921.

 

 

Pfarrer Dohmen

         

 Totenzettel von Pfarrer Dohmen

 

 

1922

 

Am 17. Januar wird Paul Linnartz Pfarrer in Frohngau.

 

Er beginnt sofort mit den Vorbereitungen zum Bau der Kirche, die sich auf Grund der Inflation sehr schwierig gestalten. Er ist bis zum 1. April 1932 in Frohngau tätig und wirkt danach als Seelsorger in Brasilien. Unter seiner Regie wird der Kirchenneubau durchgeführt.

 

 

1923

 

Lorenz Meyer wird vom Gemeinderat als Waldwärter gewählt. Er erhält ein Jahresgehalt von

66 000,00 RM. (Inflationszeit)

 

 

1923 bis 1924

 

1923 wird mit dem Kirchenneubau begonnen. Zunächst wird das alte Kirchenschiff abgerissen. Hierbei werden Mauerreste aus dem Mittelalter festgestellt, die aber nicht weiter untersucht werden. Der Turm (vermutlich römischen Ursprungs) bleibt erhalten. Im zeitigen Frühjahr wird mit den Mauerarbeiten begonnen. Die Grundsteinlegung erfolgt am 3. Juni 1923. Die 1913 erworbenen Marmorblöcke (Eifelmarmor) aus dem Marmorbruch bei Roderath werden zur Verkleidung der Außenmauern verwendet. Die erste Messe in der neuen Kirche wird am 20. April 1924 (Ostern) gefeiert. Am 6. Juli 1924 wird sie vom Weihbischof Hammels feierlich konsekriert.

 

 

1924

 

Der Feldhüter Georg Schmitz erhält für das Ausschellen jährlich 5,00 RM.

 

Auf Antrag wird dem Jungessellenverein "Heiterkeit" die Lustbarkeitssteuer von 21,00 RM die erlassen.

 

Christian Notarius erhält den Auftrag, das Transformatorenhaus für 40 Pf / qm zu verputzen.

 

Johann Rösseler wird am 2. Juli zum Ortsbürgermeister der Gemeinde Frohngau gewählt und ist bis zum 14.12.1929 im Amt.

 

 

1925

 

Der Spar- und Darlehnskassenverein Frohngau wird gegründet und am 11. 1. ins Genossenschafts-register beim Amtsgericht Blankenheim eingetragen.

 

Am 15. 7. verlässt Lehrer Josef Jouhsen Frohngau und tritt eine Lehrerstelle in Düren an.

 

Am 16. Juni wird dem Schulamtsbewerber Jakob von den Busch, geboren am 13.07.1899, auftragsweise die Verwaltung der Schulstelle übertragen.

 

Am 16.06. hat Frohngau  254 Einwohner.

 

 

1926

 

Am 01. April wird der Lehrer von den Busch einstweilig angestellt. Er ist bis zum Jahre 1936 tätig

An der Schule werden 24 Kinder unterrichtet.

 

Der Innenausbau der Kirche ist mit dem Einbau einer von Klais, Bonn gebauten neuen Orgel abgeschlossen. Die feierliche Einweihung erfolgt am 31. Januar 1926 im Rahmen eines Kirchenbaufestes.

 

 

1927

 

Bau der Feldaltäre in der Hornstraße und der Holzgasse.

 

Der Michelsberg ist seit 600 Jahren Wallfahrtsort.

 

 

1929

 

Die Wegekapelle Ecke Helterstraße - Am Staffenberg wird aus Steinen, die beim Kirchenneubau übrig geblieben waren, gebaut. An dieser Stelle hatte bis dahin ein weißes Kreuz gestanden, das nach dem Krieg 1870 / 1871 errichtet worden war. Daraus rührt die Bezeichnung „Am wieße Krützje“ her

 

Am 21. November beschließt die Gemeindevertretung dass der Anschluss von Wassermotoren zum Betriebe von Waschmaschinen, Zentrifugen und sonstige Maschinen in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember verboten sind.

 

Hubert Evertz wird am 14. Dezember zum Ortsbürgermeister der Gemeinde Frohngau gewählt und ist bis zum 24.06.1934 im Amt.

 

An der Schule werden 21 Kinder unterrichtet.

 

 

1930

 

Am 10. August beschließt der Gemeinderat die Ausführung von Hand- und Spanndienst zur Neuverlegung der Dorfstraßenrinnen und zur Ausführung von verschiedenen Wegeinstandsetzungsarbeiten. Für 1 Mark Grundvermögensteuer sind 2 Stunden Handdienst zu leisten, eine Stunde Handdienst ist mit 0,50 M bewertet. An Stelle von 3 Stunden Handdienst-Veranlagung sind 1 Stunde Spanndienst zweispännig oder 2 Stunden Spanndienst einspännig zu leisten.

 

An der Schule werden 22 Kinder unterrichtet.

 

 

1931

 

Am 9. Februar beschließt die Gemeindevertretung, dass die Lustbarkeitssteuer in der Gemeinde Frohngau für die Fastnachtstage nach den vorgeschriebenen Sätzen erhoben wird.

 

Am 1. April wird die Poststelle von Hubert Evertz ("a Backes") übernommen. Er führt sie bis zum 30. 6.1964.

 

Am 14. Juni überträgt der Gemeinderat den Feldhüterdienst und das Ausschellen im Ort dem Peter Mahlberg ab 1. April 1931 bis 31. März 1932 für 80 Mark. 

 

Frohngau hat 262 Einwohner.

 

An der Schule werden 26 Kinder unterrichtet.

 

 

1932

 

Pfarrer Paul Linnartz verlässt am 1. April 1932 die Pfarrgemeinde.

 

Pfarrer Heinrich Lösgen, geboren am 30.01.1889 in Duisburg-Hamborn, zum Priester geweiht am 08.03.1913 wird sein Nachfolger und tritt das Amt am 05. April an.

 

An der Schule werden 29 Kinder unterrichtet.

 

In dem Buch „Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden“ wird der Ort Frohngau beschieben.

 

 Auszug aus „Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden“

 

 

Ausbau des Wirtschaftsweges nach Holzmülheim

durch den freiwilligen Arbeitsdienst

 

(Auszug aus der Schulchronik Lehrer Jakob von den Busch 1932 Seite 137 und folgende)

 

Im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes wird im Lauf des Winters ein Wirtschaftsweg zwischen Frohngau und Holzmülheim ausgebaut. Eine direkte Straßenverbindung zwischen den genannten Orten bestand bisher noch nicht. Schon vor langen Jahren erkannte man die Notwendigkeit dieses Wegebaus, die Ausführung des Planes scheiterte jedoch an der schlechten Finanzlage der Gemeinde Frohngau, die durch die Inflation bedingt wurde.

Träger der Arbeit und des Dienstes ist die Gemeinde. Frohngau. Ein Teil der Arbeitsdienstwilligen kommt aus Frohngau und den umliegenden Dörfern, der größere übrige Teil wird von der „Vereinigung für Jugendwerk e.V.“Köln‑Sülz gestellt. Diese Arbeitswilligen sind im Saale der Wirtschaft Crump in einem geschlossenen Lager untergebracht. Die Stärke der Mannschaften im geschlossenen Lager beträgt z. Zt. 40 Mann. Sie soll jedoch auf 100 Mann gesteigert werden.

In wirtschaftlicher Beziehung ist der Bau des Weges von doppelter Bedeutung. Durch den Weg wird die Flur aufgeschlossen und den Einwohnern des Ortes eine gute Absatzmöglichkeit für ihre Erzeugnisse geboten. Andererseits wirkt sich der Arbeitsdienst erzieherisch dahin aus und das besonders für die hiesigen Jugendlichen, dass Gemeinschaftswille und treue fruchtbringende Gemeinschaftsarbeit gefördert und durch die Freizeitgestaltung die Jugend körperlich und geistig ‑ sittlich aufwärts geführt wird.

 

 

Freiwilliger Arbeitsdienst und Küchenhilfen aus Frohngau

 

 

Ein Stück Eifelhumor

 

Wer hätte gedacht, dass der vorerwähnte Wegebau der Bevölkerung des hiesigen Ortes Gelegenheit geben würde, ihren Humor, der eines satirischen Einschlags nicht entbehrt, zu zeigen.

Die Geschichte ging so zu: 

Ein Teil des geplanten Weges führt in seinem Endstück durch Holzmülheimer Gebiet. Die Gemeinde Frohngau trat nun an die Gemeinde Holzmülheim mit der Frage heran, ob sie bereit wäre, dieses Wegestück zu bauen. Holzmülheim wollte die Sache jedoch nicht so recht gefallen und es führte ins Feld, dass der Weg für Holzmülheim keine besondere Bedeutung habe. Schließlich wurden die Gemeinden sich dahin einig, dass Frohngau zum Teil den Auftrag für das Wegestück stellen und außerdem an die Gemeinde Holzmülheim 300 Mark zahlen solle. Nun schien alles in bester Ordnung zu sein und man durfte auf den Ausbau des Weges  bis zum Orte Holzmülheim hoffen. Aber da plötzlich, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, zerschlug sich die Abmachung. Holzmülheim zog sich zurück. Die Gründe, die dazu führten sind dem Schreiber dieser Zeilen nicht genau bekannt. Jedenfalls verlangte Holzmülheim neuerdings 600 M. Das brachte die Frohngauer wieder auf den Plan und es folgte eine bestimmte Ablehnung des Ansinnens.

 

Nun kam Fastnacht.

 

Wenn überall im rheinischen Land Prinz Karneval Triumphe feiert, so ist es nicht verwunderlich, wenn etwas von dieser Narrenfreude auch ein stilles Eifeldorf ergreift.

Eine Idee tauchte in Frohngau auf: „Wir gehen den Holzmülheimern den Weg bauen“, so hieß es plötzlich. Gesagt, getan. Bald wanderten junge Leute von hier (es waren gewiß nicht nur die ganz jungen) in den Masken eines Landrats, Bürgermeisters, des zugehörenden Amtsschreibers und eines Vermessungsrates nach Holzmülheim. Plan, (ein altes Tapetenmuster), Folianten von gehörigem Umfang, Notizbücher, die vorwitzig zwischen dem ersten und zweiten Rockknopf hervorlugten, waren notwendige Utensilien. Eine Anzahl „Arbeiter“ (die jüngsten unter ihnen) folgten mit Messstangen, Abschätzungsrohr (ein altes, verrostetes Ofenrohr mit Gestell), Schubkarren, Pfählen u. s. w. Ich sprach vorhin von „wandern“. Selbstverständlich mussten Landrat, Bürgermeister und Schreiber im Auto vorfahren.

Und so geschah es. Unser Herr Pfarrer stellte bereitwilligst sein Auto zur Verfügung. Dem Zuge voran bewegte sich eine kleine Tambourkapelle, die zum Teil vom Arbeitsdienstlager gestellt wurde.  Vor Holzmülheim angekommen, ging es an ein Abschätzen, Messen, Notieren u. s. w. Gewürzte Zurufe schallten hin und her. Die Holzmülheimer wussten zunächst keine Erklärung: „Wir messen und bauen euch den Weg!“

Da mußten natürlich einige Häuser abgebrochen, andere umgebaut werden, ja durch andere sollte der Weg mitten hindurch führen. So verfielen u. a. auch die beiden Mühlen diesem Schicksal. Man besuchte auch mit Absicht Häuser, von deren Bewohnern man wusste, dass sie dem Durchbau des Weges nicht gerade geneigt waren. Selbstverständlich wurden auch Geldstrafen verhängt und um entsprechende Aufwartung nicht lange gebeten, Unterschriften für den Wegebau gesammelt und in den Folianten aufgenommen. Allerdings kostete das wiederum eine Abgabe. Ein „Hofnarr“ sorgte für die nötige Abwechslung bei dem mit Ernst und Wichtigkeit durchgeführten Geschäfte. Viel Volk aus Frohngau hatte es sich nicht nehmen lassen, dem Schauspiel zuzusehen. Es ist gewiss zu verstehen, dass die Bewohner Holzmülheims nur in sehr geringer Zahl aus der Nähe diesen „Wegebau“ verfolgten. Man spricht davon, die Geschichte habe ihnen nicht sehr gefallen. Jedenfalls erzählt man hier noch lange davon und des Lachens ist dann kein Ende.

 

1933

 

Frohngau hat am 16.06.1933 250 Einwohner.

 

 

1934

 

Johann Rösseler wird am 24. Juni zum Gemeindeschulzen (Ortsbürgermeister) der Gemeinde Frohngau gewählt und ist bis zum 28.05.1944 im Amt.

 

 

1935

 

An der Schule werden 38 Kinder unterrichtet.

 

 

1936

 

Nach elfjähriger Tätigkeit scheidet am 31. September der Lehrer Jakob Vondenbusch von Frohngau. Jung und alt bereitet ihm im Saale Crump eine eindrucksvolle Abschiedsfeier.

 

Ab dem 1. Oktober wird die Lehrerstelle von dem Schulamtsbewerber Heinrich Houtermans verwaltet.

 

In allen Orten werden Löschgruppen aufgestellt. Alle wehrpflichtigen Männer müssen auch Mitglied der Feuerwehr sein. Erster Löschmeister ist Peter Mahlberg.

 

 

 

Peter Mahlberg

 

Tradition und Historie von Frohngau

 

Peter Kirch hat im Jahre 1936 im Euskirchener Volksblatt in den Ausgaben 86 / 91 / 97 und 102 einen Artikel mit dem Titel „Tradition und Historie von Frohngau“ veröffentlicht.

 

 

Peter Kirch 1943

 

 Originalartikel

 

 Text des Artikels

 

 

1938

 

Ab 1938 ist Frohngau dauernd von der Wehrmacht belegt. Mit Beginn des Frankreichfeldzugs im Mai 1940 rückt das Militär nach Westen ab bis der Rückzug im Westen 1944 einsetzt.

 

 

1939

 

Frohngau hat am 17.05.1939 259 Einwohner.

 

Am 1. 9. bricht der 2. Weltkrieg aus. Er bringt unsägliches Leid über die ganze Welt mit Millionen von Gefallenen und Toten. Auch Frohngau wird nicht verschont.

 

 

1941

 

Pfarrer Heinrich Lösgen muss wegen Zwistigkeiten mit der NSDAP die Pfarre verlassen und wird inhaftiert. Er verstirbt am 19.01.1957.

 

 Totenzettel von Pfarrer Lösgen

 

 

Kaplan Josef Wachendorf betreut die verwaiste Pfarrstelle bis Juni 1942 und wird dann nach Viersen versetzt. Nach drei Monaten in Viersen wird er zum Heeresdienst an die Ostfront eingezogen und fällt im Jahre 1944.

 

 Totenzettel von Kaplan Wachendorf

 

 

1942

 

Mit Wirkung vom 1. 4. 1942 wird die Lehramtsanwärterin Katharina Guldner mit der Vertretung des zur Wehrmacht einberufenen Lehrers Houtermanns beauftragt.

 

Josef Fritzinger wird Anfang Juli als Pfarrverweser eingesetzt.

 

Am 1. September 1942 löst die Lehramtsanwärterin Lieselotte Müller die Lehramtsanwärterin Katharina Guldner ab und übernimmt den Volksschuldienst.

 

 

1943

 

Am 22. Mai um 15:00 Uhr stoßen 4 Gewitter zusammen. Es fallen taubeneigroße Hagelkörner.

 

 

1944

 

Auf Veranlassung des Regierungspräsidenten wird die Lehrerin Lieselotte Müller am 1. April an die Volksschule Stolberg versetzt. Der Schulunterricht wird vertretungsweise von den Lehrern der Nachbarschulen übernommen. Danach findet bis zum Herbst 1945 kein Unterricht mehr statt, da die Schule dauernd mit Militär belegt ist.

 

Georg Schmitz wird am 28. Mai zum Ortsbürgermeister der Gemeinde Frohngau gewählt und ist bis zum 1.10. 1946 im Amt.

 

Bei einem Luftangriff am 2. Oktober explodiert eine Sprengbombe zwischen Kirche und Pfarrheim und reißt ein großes Loch ins Seitenschiff. Auch das Pfarrhaus wird stark beschädigt.

Neun weitere Sprengbomben explodieren unterhalb des Ortes in der Hardt.

Dank der Unterstützung durch die Nachrichtenabteilung, die im Dorf einquartiert ist, kann die Bevölkerung noch vor Eintritt des Frostes die Kirche durch eine Notmauer und das Pfarrhaus durch ein Notdach sichern. Die Orgel wird durch einen Soldaten gereinigt, der Gottesdienst erleidet keine Unterbrechung.

 

Im Herbst 1944 wird der „Volkssturm“ aufgeboten, alle von 15 bis 65 Jahren, die nicht Soldat sind. Schießübungen werden ohne Gewehre durchgeführt! Es wird befürchtet, dass feindliche Luftlandetruppen auf dem Himberg, faulen Feld, Birkenheck Fuß fassen werden.

Rings um das Dorf müssen Schützengräben ausgehoben werden.

 

Im Oktober werden erstmals in der Nähe von Buir (Auf dem Stucks) die Fieseler Fi 103, auch V1 (Vergeltungswaffe 1) genannt, gestartet. Die V1 ist ein unbemanntes, mit Sprengstoff beladenes Flugzeug und damit der erste Marschflugkörper. Am ersten Tag stürzen von 12 gestarteten V1 8 in der Nähe der Orte Frohngau und Buir ab. Eine kreist siebenmal über Frohngau und stürzt dann über Tondorf ab, wo ein Haus zerstört wird und zwei Personen den Tod finden.

 

Weihnachten erfolgt ein Luftangriff mit Brandbomben. Die Wirtschaftsgebäude der Gaststätte Crump und der Geschwister Schnichels in der Helterstraße brennen ab. Die Wohngebäude können durch den Einsatz der Feuerwehr und anderer Helfer gerettet werden. Bei anderen Häusern kann durch sofortiges Eingreifen ein Brand verhindert werden.

 

Frohngau hat 265 Einwohner und ist mit ca. 1.300 Soldaten belegt. Es sind Truppen aller Waffengattungen im Ort.

 

 

1945

 

Am 23. Januar erfolgt ein Luftangriff auf Frohngau

 

Im Dorf ist eine Panzereinheit einquartiert. In der Buirer Straße und in der Hardt stehen Lastkraftwagen und Panzer, auch ein schweres Sturmgeschütz unterhalb des Pastorats. Auf der Hassel, an der Bunkerlinie steht 8 cm Flak. Die feindlichen Jagdbomber (Jabos) schießen und werfen Bomben. Mit kurzen Unterbrechungen halten die Fliegerangriffe den ganzen Tag an. Trotzdem findet morgens auf der Hassel eine Übung der Panzereinheit statt, die gegen 11,30 Uhr unterbrochen wird. Um 16,00 Uhr ist eine politische Schulung der Soldaten im Saal angeordnet. 

 

Als kurz vor 16,00 Uhr die Kompanie angetreten ist, wird ein gezielter Angriff durchgeführt. Die angetretenen Soldaten fliehen in die angrenzenden Häuser. 

 

Durch einen Bombenvolltreffer wird das Haus der Familie Peter Kurth am Büchel (Buirer Straße) zerstört, das Nachbarhaus der Familie Bernhard Jansen beschädigt.

 

Im Keller des Hauses der Familie Peter Kurth sterben Frau Johanna Kurth geb. Kirch mit den Kindern Marlene (Magdalena) und Sybilla, sowie Frau Katharina Jansen geb. Schnichels mit den Kindern Gisela und Hans.

 

Ein Soldat, findet den Heldentod und wird in Frohngau beerdigt

 

Eine Bombe trifft die Straße, 28 weitere Bomben fallen in die Hardt.

 

Der Ort lebt in ständiger Unsicherheit wegen der starken Fliegergefahr. In der Umgebung des Dorfes fallen noch viele Bomben glücklicherweise fast alle ins Feld oder in den Wald.

 

Die Straße vom Weißen Stein bis Blankenheim ist mit ca. 92 Geschützen zur Fliegerabwehr bestückt.

 

Im Fliegerkampf stürzten ein amerikanisches und zwei deutsche Flugzeuge hier in der Nähe ab.

 

Am 7. März vormittags besetzen amerikanische Truppen den Ort. Gerade vorher ist ein Brand gelöscht worden, den ein deutscher Soldat verursacht hat, als er eine Handgranate in die Scheune des Jakob Grons, neben Lorenz Meyer gegenüber dem Stellmacher Wilhelm Grons wirft, um einen Munitionswagen in die Luft zu sprengen, der in der Scheune steht.

 

Der letzte deutsche Panzer ist etwa eine halbe Stunde vorher abgefahren. Die Amerikaner untersuchen das Dorf nach Soldaten. Sie machen noch ca. 40 Gefangene (die letzte Bunkerbesatzung). Nach dreistündigem Aufenthalt etwa gegen 13.00 Uhr ziehen die Amerikaner weiter in Richtung Buir.

 

Kriegsopfer des 2. Weltkrieges

 

Frohngau hat folgende Kriegsopfer zu beklagen:

 

Gefallene Soldaten:

geboren am

gefallen am

 

 

 

Schinker Reiner     

17.08.1911

05.09.1941

Grons Jakob

14.10.1914

21.02.1941

Grons Hermann

09.03.1909

03.10.1941

Grons Josef

17.07.1912

26.08.1944

Grons Karl

31.05.1909

16.11.1944

Müller Peter

19.09.1904

31.03.1945

Meyer Hubert (an einem Kriegsleiden gestorben)

06.11.1924

26.08.1950

 

 

 

Vermisste Soldaten:

geboren am

 

 

 

 

Grons Johann

15.10.1914

 

Hess Johann

06.10.1909

 

Müller Josef

12.02.1902

 

Kirch Wilhelm

22.02.1918

 

Schell Paul

29.11.1924

 

Schnichels Jakob

17.01.1904

 

Schnichels Wilhelm

03.03.1907

 

 

 

 

Durch Bombenangriff  umgekommen:

geboren am

gestorben am

 

 

 

Jansen Katharina geb. Schnichels mit den Kindern

29.03.1907

23.01.1945

Jansen Gisela

08.02.1935

23.01.1945

Jansen Johann

17.01.1938

23.01.1945

 

 

 

Kurth Johanna geb. Kirch mit den Kindern

07.10.1905

23.01.1945

Kurth Marlene

05.04.1933

23.01.1945

Kurth Sybilla.

14.01.1937

23.01.1945

 

 

 

Im Winter 1945 übernimmt der Lehrer Blum aus Tondorf die hiesige Schule in Halbtagsunterricht.

 

Zur Chronik 1946 bis 1999