Pfarrkirche Frohngau zur heiligen Märtyrerin Margareta von Antiochia

letzte Aktualisierung am 03.04.2016: Friedhof um die Kirche 1878 bis 1912 mit Lagerbuch über die Grabstätten

 

Aus einer Urkunde aus dem Jahre 898 geht hervor, dass zu dieser Zeit zur Pfarre Tondorf noch mehrere Kirchen gehörten. Daraus lässt sich schließen, dass damals in Frohngau, das bis 1804 zur Pfarre Tondorf gehörte, eine Kapelle gestanden hat.

In einer Urkunde aus dem Jahre 1307 wird der Ort Frohngau mit der Kapelle St. Margareta genannt, als Graf Gerhard V. von Blankenheim den Ort und die Kapelle Luxemburg zu Lehen aufträgt.

 

Ansicht der Kirche am 05.02.2001

 

(Foto Peter Schröder)

 

Ansicht des Eingangs am 22.05.2007

(Foto Peter Schröder)

 

Ansicht der 1923 abgebrochenen Pfarrkirche, nur der Turm blieb erhalten.

 

Grundriss der 1923 abgebrochenen Pfarrkirche.

Der Turm befindet sich auf der rechten Seite.

 

 

Friedhof um die Kirche 1878 bis 1912

Belegungsplan des Friedhofs

Den Belegungsplan zeichnete im September 1877 der Kataster-Kontrolleur Jackle aus Buir. Er zeigt die Lage des Friedhofs um die 1923 abgerissene Pfarrkirche. Der Grundriss der im 18. Jahrhundert gebauten Kirche ist zu erkennen. In der linken oberen Ecke ist der Grundriss der damaligen Schule, jetzt Pfarrheim dargestellt. Der Turm befindet sich auf der linken Seite.

 

Im Jahre 1878 wurde der Friedhof  neu belegt.

Als erster wurde am 6.11.1878 Georg Witzeler beerdigt.

Alle Beerdigungen wurden in dem „Lagerbuch über die Grabstätten und Begräbnisse des Kirchhofes Frohngau“ eingetragen.

Als letzter wurde am 30.12.1912 das Kind Peter August Ackermann beerdigt.

 Lagerbuch über die Grabstätten nach Datum

 Lagerbuch über die Grabstätten nach Namen

 

 

Der Bau der Kirche 1923/24

Die im 16. Jahrhundert genannte Kapelle erhielt im 18. Jahrhundert ein neues Schiff und war eine Saalkirche mit dreiseitigem Chorabschluss, dem man 1826 eine Sakristei vorbaute. Anfang des 20. Jahrhunderts reichte das Raumangebot der Kirche nicht mehr aus und man bemühte sich um einen Neubau. Im Jahre 1913 schafften die Bewohner zum Preis von 300 Mark Marmorblöcke aus dem Roderather Steinbruch zum Bau der neuen Kirche heran. Wegen des ersten Weltkrieges musste der Bau verschoben werden.

 Beschreibung des Marmors aus dem Roderather Steinbruch

 Fossilien im Eifelmarmor

Am 10. April 1923 räumte man die alte Kirche aus und legte sie nieder, nur der alte gedrungene und abgeböschte Turm mit stark eingezogenem, achtseitigem Helm blieb erhalten. Im Turm sind kleine Schlitzfenster verteilt, Im Glockengeschoss befinden sich schmale, rund geschlossene Öffnungen. Am Boden ist das Mauerwerk des Turmes 2,20 m breit, es verjüngt sich nach oben auf 90 cm. An der südlichen Turmmauer wurden zwei Schalllöcher zum Teil mit Heiligenfiguren zugemauert. Das schmiedeeiserne und reich verzierte Turmkreuz datiert man in die Zeit um 1300. Die Tonnen gewölbte Turinhalle öffnet sich breit rundbogig zum Schiff hin, die Mauerstärke beträgt hier 1,40 m. Auf der Nordseite des Turmes befindet sich ein schwerer Strebepfeiler, in dem ein Durchlass für die Tür ausgespart ist.

Die Pläne der neuen Kirche stammen von Theodor Schlebusch aus Bonn. Als Grundstock der Finanzierung verwendete man das Geld aus dem Verkauf von Holz und die Einnahmen von Kollekten, zu denen Frohngauer Bürger bis weit ins Rheinland wanderten.

Mit Erwerbslosenhilfe den Rohbau erstellt

Im Juni 1923 waren die Geldmittel bereits erschöpft, kurz nachdem die Grundsteinlegung stattgefunden hatte. Mit Erwerbslosenfürsorge mitteln und Naturalspenden baute man weiter und stellte im Februar den Rohbau fertig. Die Steinmetzarbeiten wurden ausgeführt von Johann Schnichels aus Rohr, die Pliesterarbeiten von Heinrich Pönsgen aus Nettersheim, die Zimmerarbeiten am Kirchendach von Josef Prinz aus Bouderath, die Schreinerarbeiten am Aufgang und die Kirchentür lieferte Johann Schumacher aus Mechernich, den Beichtstuhl fertigte Bildhauer Seltmann aus Euskirchen an. Ostern 1924 feierte man den ersten Gottesdienst in der neuen Kirche, am 6. Juli 1924 wurde sie geweiht. Die Saalkirche in vier Fensterachsen hat ein flaches Tonnengewölbe mit sichtbaren Binderbalken.

Der dreiseitig geschlossene Chor ist schmäler als das Schiff und hat zwei rundbogige Fenster Der Saalbau in vier Fensterachsen verfügt über 100 Sitz- und 50 Stehplätze.

Die Grundsteinlegung 1923

Die Leistungen beim Kirchenbau

Zum Kirchenbau trugen Frohngauer Bürger folgende Eigenleistungen bei:

5000 Schwemmsteine und 5000 Stück Schiefer anfahren; 80 cbm Mauersteine brechen, 600 Zentner Kalk und 600 Zentner Zement anfahren; 11 Fuhren Steine für das Gesims und 10 cbm Marmorsteine anfahren; 100 Festmeter Fichtenholz, 45 Festmeter Buchenholz und 70 Festmeter Eichenholz anfahren; 3 cbm Sand aus Iversheim und 15 cbm Sand aus Mülheim holen; 40 Festmeter Holz aus dem Kirchenwald anfahren.

Die Fundamente wurden zur Hälfte von Einwohnern aus Frohngau und zur Hälfte von Einwohnern aus Buir ausgehoben. Auch andere Eigenleistungen der Einwohner von Frohngau wurden durch den Beitrag der Leistungen von Bewohnern aus Buir ergänzt.

Während der Bauarbeiten wurde auch das Dach des Turmes erneuert

 

Ausmalung  nach dem Neubau  1923

 

Innenansicht 2007

(Foto Peter Schröder)

2007 wurde der Altarbereich mit Spenden aus der Kirchengemeinde und Geld der ehemaligen Bullenhaltungsgenossenschaft Frohngau restauriert und das gesamte Kirchenschiff mit einem neuen Anstrich versehen.

Der überwiegende Teil der Arbeiten wurde in Eigenleistung von Frohngauer Bürgern erbracht.

 Bericht in der Kirchenzeitung vom 25. 5. 2008

 

 

Ausstattung des Chorraums

Der Hochaltar

Der Hochaltar stammt aus dem 18. Jahrhundert. Er ist in Spätrokokoformen aus Holz hergestellt und ist 2,19 m breit, 1,29 m tief und 3,24 m hoch.

Der Tabernakel, ein Drehtabernakel kann entsprechend den Anlässen im Kirchenjahr in den Farben rot, grün oder blau gedreht werden,

In der Bekrönung befindet sich ein Lamm. Auf der Vorderseite (Antependium) des Altares befinden sich die Buchstaben B und M (Beata Maria) und die griechischen Buchstaben X (Chi) und P (Rho), die Anfangsbuchstaben des Namens Christus.

                  

 

Die Kirchenpatrone

Kirchen und Pfarrpatronin heilige Margareta von Antiochia

 

Holzfigur aus dem 18. Jahrhundert, 107 cm hoch.

Sie hält in der Hand ein Kreuz und eine Kette an der ein Drache hängt.

Die hl. Margareta von Antiochien verdankt ihre Verehrung einer weit verbreiteten Legende. Nach dieser Erzählung war sie die Tochter eines heidnischen Priesters. Als dieser von der Bekehrung seiner Tochter zum Christentum erfuhr, vertrieb er sie aus ihrem Elternhaus. Sie versteckte sich als fünfzehnjähriges Mädchen bei ihrer Amme und wurde dort von einem Verwaltungsbeamten entdeckt, der sie zur Frau nehmen wollte. Margareta aber hatte das Leben als Jungfrau gewählt. Der abgewiesene Beamte ließ sie im Kerker foltern, wobei Margareta keine Schmerzen empfand. So von Gott beschützt, gewann ihr Wort an die Volksmenge eine ungewöhnliche Kraft. Während ihres Prozesses überzeugte sie zahlreiche Zuschauer vom Christentum. Im Kerker erschien ihr der Teufel, um sie zu befreien. Ihm schenkte Margareta kein Gehör. Daher wird sie mit dem Teufel an der Kette dargestellt.

 Das Margaretenlied

Melodie

 

 

Heilige Barbara

Holzfigur ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammend, mit Turm und Palme107 cm hoch.

 

 

Chorfenster

Die beiden Chorfenster wurden kurz nach dem zweiten Weltkrieg angeschafft    

Das Fenster links stellt die Gerechtigkeit dar. 

Bildtext: Tu Recht.
Künstler unbekannt , ohne Jahr Kathedralglas / Bleiverglasung

 

 

Das Fenster rechts stellt die Öllampe als Symbol für die klugen Jungfrauen dar.

Bildtext: Wacht auf.
Künstler unbekannt , ohne Jahr Kathedralglas / Bleiverglasung

 

 

Das Chorgestühl

 

 

Das Chorgestühl aus dem 18. Jahrhundert wurde im Jahre 1786 für die Kirche Frohngau erworben.

 

 

Die Pieta

aus 18 Jahrhundert aus Holz ist 60 cm hoch.

Die Muttergottes ist mit einem langen Schwert in der linken Brust dargestellt, der hohe Bal-dachinaufbau wie ein malerisch angeordneter Stoffbehang, zu Füßen der Muttergottes eine Dornenkrone und Nägel, Jesu Leichnam auf dem Schoße seiner Mutter, dem Betrachter die Seitenwunde zugewandt, rechter Arm bis auf die Erde hängend.

 

 

Ehemaliges Schulkreuz

Der Korpus stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit alter Inschriftentafel.

Der Kunsthistoriker Clemen hat das Kreuz wegen seiner edlen Formen in den Kunstdenkmälern des Kreises Schleiden (1932) beschrieben und abgebildet.

 

 

 

 

Die Ausstattung des Kirchenschiffs

Marienaltar

Holz, 117 x 70 x 320 cm,

Muttergottes und Jesuskind mit Krone, umgeben von Säulen mit Engelköpfen und Fruchtdekor, in der Bekrönung das Bild "Herz Mariä".

Der Altar wurde 1900 der Kirche geschenkt, er kostete 700 Mark.

 

 

Hubertusaltar mit Kanzel

Holz, 130 x 32 x 316 cm, wie Marienaltar,

in der Bekrönung das Bild "Herz Jesu" mit Kanzel, Holz, vierseitig, aus Münstereifel, 1, 17 in hoch, aus dem Jahre 1650, mit den Worten OBSECRA (Bitte inständig!), INCREPA (Treibe an!) und ARGUE (Weise zu recht!), aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an Timotheus als Aufruf zu unerschrockenem Einsatz.

Mit der Innenrenovierung der Kirche im 1. Vierteljahr 2007 wird die bis dahin freistehende Kanzel wieder mit dem Hubertusaltar verbunden und damit in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

 

 

Die Buntglasfenster im Kirchenschiff

Die acht Buntglasfenster im Kirchenschiff wurden von dem Kunstmaler Walter Bettendorf aus Trier 1973 entworfen und von Kaschenbach in Trier in Antikglas/Blei/Schwarzlot ausgeführt. Die Bilder in den Fenstern nehmen Bezug auf die acht Seligpreisungen Jesu (Mt. 5,3 - 12).

Siehe auch Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V.

 

 

Gerechtigkeit

1. Selig, die arm sind vor Gott;

denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

In diesem Fenster steht stellvertretend der heilige Josef mit dem Knaben Jesus. Josef stellt sich demütig in den Dienst Gottes. Dies ist eine geistige Haltung, bei der vor Gott nicht der Titel sondern die Gesinnung gilt.

 

 

2. Selig die Trauernden;

denn sie werden getröstet werden.

Im Fenster sieht man Petrus in seiner schwersten Stunde. Ehe der Hahn dreimal krähte, verleugnete Petrus Jesus. In der tiefen Trauer wurde ihm Tröstung zuteil.

 

 

3. Selig, die keine Gewalt anwenden,

denn sie werden das Land erben.

Der heilige Franziskus in seiner Hinwendung zu den Geschöpfen Gottes, im Bild den Vögeln predigend, empfindet diese Zwiesprache als ein geistiges Erlebnis mit Gottes Schöpfung.

 

 

4. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;

denn sie werden satt werden.

Der heilige Paulus verbrennt auf dem Areopag (Gerichtshof im alten Athen) die Schriften, das lodernde Feuer ist Sinnbild für seinen rastlosen Einsatz.

 

 

5. Selig die Barmherzigen;

denn sie werden Erbarmen finden.

Die heilige Elisabeth von Thüringen wendet sich in der christlichen Nächstenliebe den Bittenden zu. Sie erkennt in den Bittenden sich selbst. Denn was ihr den Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

 

 

6. Selig, die ein reines Herz haben;

denn sie werden Gott schauen.

Maria Goretti ist von Lilien umgeben. Symbolisch bezeichnet die Lilie die strahlende Reinheit, Unschuld, Jungfräulichkeit. Wenn Jesus in der Bergpredigt auf die Lilien des Feldes hinweist, die nicht arbeiten und nicht spinnen (Mt 6,28), dann lässt sich aus dem Bild der Lilie auch die vertrauensvolle Hingabe an den Willen Gottes herauslesen.

 

 

7. Selig, die Frieden stiften;

denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Der bescheidene und unscheinbare Kapuziner-Bruder Konrad von Parzham öffnet die Tür. Sein ganzes Verhalten atmet Frieden und Einkehr, er stiftet keinen politischen Frieden, sondern den Frieden, den die Welt nicht geben kann.

 

 

8. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;

denn ihnen gehört das Himmelreich.

Der Feuertod des hl. Laurentius von Rom versinnbildlicht diese Seligpreisung. Laurentius steht auf dem glühenden Rad, die Hände zum Gebet zum Himmel erhoben. Allen Anfechtungen gewachsen, erblicken seine Augen das Himmelreich.­

 

 

Wandmalerei aus dem Jahre 1948:

Darstellung des hL Mathias mit der Mathiaskirche in Trier 

Die St. Mathias-Bruderschaft

In der Pfarrgemeinde Frohngau - Buir wurde 1955 die St. Mathias-Bruderschaft gegründet, die seit dieser Zeit alljährlich eine Fußwallfahrt nach Trier unternimmt und in der Basilika der Abtei St. Mathias die Reliquien des hl. Mathias verehrt.

Bereits Ostern 1943 wurde in der Pfarrgemeinde Frohngau mit folgendem Gebet die Mathiasverehrung vorbereitet und das Gelübde gefasst, alljährlich nach Trier zu pilgern:

Allmächtiger Vater, Du hast Deine Kinder in Nachsicht und Langmut bisher vor den Verwüstungen des Krieges bewahrt: Wir bitten Dich demütig, sei unserer Pfarrgemeinde gnädig auch in Zukunft und beschütze uns, Haus und Hof vor Mord und Brand, um des kostbaren Blutes willen, das aus dem Herzen unseres Heilandes, Deines Sohnes, für uns vergossen wurde. Zum Dank gelobt Dir, allmächtiger Gott, Deine Pfarrgemeinde Frohngau feierlich vor dem eucharistischen Heiland, jedes Jahr zur Grabeskirche deines Apostels Mathias nach Trier zu pilgern.

 Das Mathiaslied

 Melodie

 

 

Darstellung des hl. Erzengels Michael

Die Verehrung des hl. Erzengels Michael

Anfang des 14.Jahrhunderts (um 1300) beginnt aller Wahrscheinlichkeit nach die Verehrung des hl. Erzengels. Michael.

In dieser Zeit wird auf dem Michaelsberg (im Volksmund Michelsberg) bei Mahlberg die erste Kapelle errichtet.

Prozessionen ziehen aus den umliegenden Orten in der Oktav um den 29. September zum Michelsberg.

Diese Tradition wird in der Pfarre Frohngau bis heute gepflegt, auch wenn die Teilnehmerzahl in den letzten Jahren sehr abgenommen hat

 

 

Orgelempore mit der Klais-Orgel

Im Jahre 1925 wird eine Orgel mit 12 Registern und einer pneumatischen Traktur von der Fa. Orgelbau Klais, Bonn eingebaut. Die Empore ist mit gedrehten Balustern, die aus der alten Kirche wiederverwendet wurden und geraden Pfosten die noch aus der Burg Dollendorf stammen, verziert. Die erste Orgel erhielt Frohngau im Jahre 1862 (siehe Ortschronik 1862).

 

 

Taufstein

aus Blankenheim, ein Geschenk des Trierer Erzbischofs Johann Ludwig v. Hagen (+1547) nach dem Wappen unter dem flachen Becken, das bei 70 cm Durchmesser mit nach unten verjüngter und gebauchter Säule auf einem kleinen Rechtecksockel ruht. Schwarzer Marmor, ohne den hohen ge­treppten Messingdeckel 86 cm hoch.

Wappen an der Unterseite des Taufsteins

 

 

Beichtstuhl

Holz, 180 x 75 x 221 cm,

im oberen Mittelteil das Bild "Herz Jesu",

darüber

MEIN JESUS BARMHERZIGKEIT.

Nach den Angaben von Pfarrer Bausen wurde dieser von Meister Lamberty von Tondorf im Jahre 1890 angefertigt.

 

 

Das Missionskreuz

mit flachem Kruzifixus aus Holz mit der Aufschrift „Soli Deo“ ist 1947 angeschafft worden

Es ist 267 cm hoch.

 

 

Der hl. Johannes Nepomuk

Aus Holz, 18. Jahrhundert, 110 cm hoch ist als Domherr mit dem Hermelinkragen bekleidet.

 

 

Weihwasserbecken

  

              

 

Die Weihwasserbecken am Kircheneingang stammen aus der 1923 abgebrochenen Kirche und wurden beim Neubau wiederverwendet. Ihre Herkunft ist nicht bekannt.

 

 

Kirchenfahnen

 

 

St. Margareta

 

Maria Himmelfahrt

 

Monstranz

Silber getrieben, datiert man in die Zeit um 1700. Sie befand sich ursprünglich im Kloster der Prämonstratenser in Steinfeld. Vor der Besetzung des Klosters Steinfeld durch französische Truppen im Jahre 1794 gelangte die Monstranz nach Köln, wo zwei Frohngauer Bürger sie aufkauften und unter ihrem Kittel verborgen auf einem Ochsenkarren sitzend nach Frohngau brachten.

Der Schaubehälter ist herzförmig, die Bekrönung besteht aus einem Doppelkreuz und aus einer von zwei Engeln gehaltenen Krone. Die Bilder zeigen Gottvater mit der Weltkugel in der Hand, eine Taube als Sinnbild des hl. Geistes, Maria mit dem Kinde Jesus, den hl. Norbert von Xanten und den hl. Hermann Josef von Steinfeld.

 

 

Kelch,

mit Sechspassfuß. Darin Bilder mit Schmelzüberzug: Jesus am Kreuz, darunter Consummatum est (Es ist vollbracht), hl. Leonhard mit Stab, Totenkopf, Buch und Rosenkranz, hl. Josef mit Lilie, hl. Maria mit gekreuzten Händen vor der Brust, hl. Agnes mit Lamm und Palme, hl. Katharina mit Rad und Schwert; der Kelch ist mit Edelsteinen und Weinreben verziert. Hergestellt wurde er vom Goldschmied Wüsten in Köln.

 

Ziborium,

(Hostiengefäß) Messing vergoldet, 35,5 cm hoch, aus der Zeit um 1800, Fuß und Deckel mit kräftigen Rillenwindungen.

Reliquiar des hl. Hubertus

 

 

Im Aufbewahrungsbehälter des Reliquiars befindet sich ein kleines Stück von der Stola des heiligen Hubertus.

 

 Zertifikat zur Hubertusreliquie

 

 

Baldachin

Der Baldachin wurde im Jahre 2004 von den Landfrauen Gisela Crump (Ortsvorsitzende), Gertrud Wellnitz, Anna Beißel, Luise Hermeling, Anneliese Katzola, Gertrud Beissel, Hedwig Schröder, Cornelia Dümmer, Josefine Kurth, Anita Fuchs und Elly Pütz restauriert. Die Schreiner Karl-Heinz Müller, Walter Müller und Jakob Crump besserten das Holzwerk des Tragehimmels aus. Finanziert wurde die Maßnahme durch Spenden aus der Frohngauer Bevölkerung.

 

 Pressebericht zur Restaurierung

 

 

Das Geläut in der Frohngauer Pfarrkirche

Die älteste Glocke mit einer Höhe von 83 cm und einem unteren Randdurchmesser von 75 cm wurde nach Aussage von Bewohnern des Ortes 1431 in der Grube („En de Grof“) gegossen.

Die Glocke trägt folgende Inschrift:

S. MARIA HEISSEN ICH, IN MARGRETEN ERE LODEN ICH TIS VON MOISBACH GOIS MICH ANNO DOMINI M CCCC XXXI.

(Sankt Maria heiße ich, in Margareten Ehre läute ich, Tis von Moisbach goss mich Anno Domini 1431.)

Auf dem Glockenrand befindet sich eine 5 cm große Darstellung der Maria mit dem Kinde Jesus auf dem Arm. Zwischen den einzelnen Wörtern ist eine Lilie dargestellt.

Die Inschrift der zweiten Glocke, die 74 cm hoch ist und einen Durchmesser von 70 cm hat, lautete im unbeschädigten Zustand:

MARIA HEISSEN ICH IN DIE ERE GOTS LODEN ICH, ALL ONWEDER VERDRIFEN ICH TIS VON MOISBACH GOIS MICH

( Maria heiße ich, in die ehre Gottes läute ich, alle Unwetter vertreibe ich, Tis von Moisbach goss mich.)

Von dieser Inschrift ist nur noch als Fragment erhalten: all onweder verdrifen ich. Zwischen den einzelnen Wörtern befinden sich Kreuze.

Die dritte Glocke, die 52 cm hoch ist und einen unteren Durchmesser von 58 cm hat, ist umschrieben:

MARIA HEISSEN ICH, MEISTER TIS GOIS MICH.

(Maria heiße ich, Meister Tis goss mich.)

Die Inschriften der Glocken sind in gotischen Kleinbuchstaben (Minuskeln) geschrieben. Die dritte Glocke hing früher in der 1868/ 69 erbauten St. Bartholomäus Kapelle in Buir.

Die vierte Glocke mit dem Schlagton a" stammt aus dem aufgelösten Frauenkloster in Blankenheim, sie ist umschrieben:

MARIA HEISCHE ICH, ZUM LOB GOTTES LAUDE ICH, DAS BOESE WETTER VERTREIBE ICH, J. M. HAEINTZ VON TRIER GOSS MICH ANNO D. 1750.

(Maria heiße ich, zum Lob Gottes läute ich, das böse Wetter vertreibe ich, J.M Haeinz von Trier goss mich Anno Domini 1750.)

Die Glocke wurde vor dem Einrücken französischer Soldaten 1794 aus Blankenheim nach Frohngau in Sicherheit gebracht, früher läutete sie, wenn ein Kind gestorben war.

 Beschreibung der Glocken

 

 

Gedenktafel der Rektoren und Pfarrer von 1802 bis 1942

In der Sakristei wird eine Gedenktafel aufbewahrt, auf der die Namen aller Rektoren und Pfarrer verzeichnet sind, die in Frohngau in der Zeit von 1802 bis 1942 tätig waren.

Unter ihren Namen steht der Text:

"Gedenket der Vorsteher, die euch das Evangelium verkündet haben!"

Wir haben euch den Taufschwur abgenommen: Brechet ihn nicht!

Wir haben euch eingepflanzt den Glauben: Verliert ihn nicht!

Wir haben euch gepredigt die Gebote: Übertretet sie nicht!

Wir haben euch los gesprochen, gebracht zur Gnade: Verscherzt sie nicht!

Wir haben euch gewiesen den Weg zum Himmel: Verlasset ihn nicht!

Wie haben eure Ehen geknüpft: Kränket einander nicht!

Wir haben eure Kindlein lieb gehabt: Verwahrlost sie nicht!

Wir haben eure Toten gesegnet ins Grab: Vergesst sie nicht!

Wir stiegen dann selber hinab: Vergesst auch unser nicht!

Wir müssen euch einstens verantworten im Gericht: Geht zur Hölle nicht!

 

 

Vorhandene Kirchenbücher: Taufen ab 1819, Heiraten und Begräbnisse ab 1820.

 

 

Texte und Fotos wurden teilweise dem Buch Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Nettersheim von Hans Peter Schiffer, Kall , und der Festschrift „200 Jahre Pfarre Frohngau“ entnommen